Luftbefeuchter Ratgeber: Alles, was Sie über Geräte zur Luftbefeuchtung wissen müssen

Luftbefeuchter Ratgeber Sketch

Trockene Luft macht sich nicht nur als Kratzen im Hals oder in rissigen Lippen bemerkbar, sondern erhöht auch das Infektionsrisiko mit Grippeviren. Zur Verbesserung Ihrer Gesundheit können Sie mit einem Luftbefeuchter für die ideale Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung sorgen. Die Luftbefeuchtung verringert zudem die Staubbelastung und reduziert dadurch Allergiesymptome. Es stehen mehrere Verfahren zur Auswahl, wie Sie mit Luftbefeuchtern gegen trockene Luft vorgehen können. Jedes Luftbefeuchter-Modell bringt eigene Vorzüge und Nachteile mit sich.

Warum sollte die Raumluft befeuchtet werden, und wie lässt sich dadurch die Gesundheit verbessern? Wie unterscheiden sich Verdunster und Verdampfer und wie funktioniert eigentlich ein Ultraschall-Vernebler? In diesem Ratgeber finden Sie Erklärungen, wie Luftbefeuchter arbeiten und was Sie vor dem Kauf eines Luftbefeuchters beachten sollten.

Übersicht: Typen und wichtige Eigenschaften von Raumluftbefeuchtern

Durch die Vielzahl an Luftbefeuchtern mit ihren unterschiedlichen Funktionsweisen und Besonderheiten fällt die Auswahl eines Gerätes oft schwer. Hier finden Sie einen Überblick, welche Besonderheiten die einzelnen Bautypen auszeichnen, sowie Entscheidungshilfen, die Sie beim Kauf berücksichtigen sollten.

Diese Geräte-Typen gibt es:

Luftbefeuchter lassen sich nach den eingesetzten Technologien in vier Kategorien unterteilen. Welches Befeuchtungsprinzip für Sie am besten geeignet ist, hängt davon ab, wie sie verschiedene Auswahlkriterien gewichten.

  • Verdunster: Die passive Befeuchtung der Luft durch wassergetränkte Filtermatten ist sehr robust in der Anwendung: eine Überfeuchtung ist ausgeschlossen und die Wasserhärte ist egal. Einziges Verbrauchsmaterial sind die Filtermatten, die von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden müssen.
  • Verdampfer: Für einen schnelle Befeuchtung und eine hohe erreichbare Luftfeuchte erhitzen diese Geräte Wasser bis zum Siedepunkt. Vorteil ist eine garantierte Keimfreiheit, allerdings zu Lasten eines hohen Stromverbrauchs. Sie sind nicht geeignet bei hartem Wasser.
  • Luftwäscher: Diese Geräte sind Luftbefeuchter und Luftreiniger zugleich. Neben den Vorzügen von klassischen Verdunstern findet eine zusätzliche Filterung von Staub und Pollen statt, die Luftwäscher besonders für Allergiker attraktiv macht.
  • Ultraschall-Vernebler: Unter Einsatz von Ultraschall wird Wasser in einen Nebel zerstäubt, der die Luft befeuchtet. Der Stromverbrauch liegt oft niedrig, allerdings ist regelmäßiges Reinigen erforderlich, um Kalkablagerungen und Ansiedlung von Keimen zu verhindern.

Wichtige Kriterien:

Um die Entscheidung für den Kauf eines bestimmten Luftbefeuchter-Modells guten Gewissens treffen zu können, sollten Sie folgende Kriterien mit berücksichtigen:

  • Gefahr durch Überfeuchtung: Liegt die natürliche Luftfeuchte nur zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten unterhalb Ihrer Wohlfühlschwelle, können manche Geräte zu viel Feuchtigkeit freisetzen und Schimmelbildung begünstigen. Wählen Sie Verdunster oder Luftwäscher, um keine Überfeuchtung zu riskieren.
  • Hygiene: Durch das Aufkochen arbeiten Verdampfer keimfrei. Bei anderen Luftbefeuchter-Typen sollten Sie dem Wasser Desinfektionsmittel beimischen.
  • Allergien: Luftwäscher filtern die Luft zusätzlich und sind gut für Allergiker geeignet; ebenso Verdampfer mit ihrer Keimfreiheit und der hohen erreichbaren Luftfeuchte.
  • Wasserhärte: Verdampfer und Vernebler sollten nicht mit hartem Wasser oder Wasser aus einer Entkalkungsanlage betrieben werden; Verdunster und Luftwäscher sind weniger empfindlich.
  • Lautstärke: Verdunster arbeiten am leisesten, während Sie bei Ultraschall-Zerstäubern und Verdampfern mit sirrenden bzw. blubbernden Geräuschen rechnen müssen.
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Wie kann ein Luftbefeuchter Ihre Gesundheit verbessern?

Die richtige Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung ist nicht nur für Ihr persönliches Wohlbefinden und den Eindruck eines angenehmen Raumklimas wichtig, sondern hat auch Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Trockene Luft wird nicht nur als reizend für Ihre Atemwege empfunden, sondern erhöht auch das Infektionsrisiko mit Krankheiten.

Luftbefeuchtung verringert das Infektionsrisiko

In der Zimmerluft befinden sich eine Vielzahl verschiedener Krankheitserreger in unterschiedlicher Konzentration: neben Bakterien und Viren können auch Schimmelsporen verantwortlich sein für das Auftreten von chronischen Atemwegsinfektionen. Auch Staub in der Luft ist ein Risiko für Ihre Gesundheit und kann je nach Zusammensetzung Allergien auslösen, wie beispielsweise die Hausstauballergie, die durch Ausscheidungen von bestimmten Milben hervorgerufen wird.

In einer Studie aus dem Jahr 1986 ist untersucht worden, wie die Konzentration der verschiedensten Keime und Luftschadstoffe von der Feuchtigkeit abhängt. Als Ergebnis wird festgehalten, dass bei niedrigen Luftfeuchtigkeitswerten die Menge an Bakterien und Viren in der Luft zunimmt, während eine hohe Luftfeuchte das Wachstum von Schimmelpilzen und Hausstaubmilben fördert. Als Empfehlung für die ideale Luftfeuchtigkeit wird ein Bereich zwischen 40% und 60% genannt, der einen Kompromiss darstellt, bei dem weder eine besonders hohe Konzentrationen an Bakterien und Viren einerseits vorliegt und andererseits das Wachstum von Milben und Schimmel noch nicht zu sehr begünstigt wird [1].

Die Auswirkungen von trockener Luft auf das Infektionsrisiko ist auch in anderen Studien überprüft worden. Bei einer relativen Luftfeuchte zwischen 20% und 35% ist das Infektionsrisiko mit Grippeviren beispielsweise dreimal so hoch wie bei einer idealen Luftfeuchtigkeit von 50%. Dieser Effekt hat mehrere Ursachen: zum einen erhöht sich die Lebensdauer von Bakterien und Viren mit sinkender Luftfeuchtigkeit. Zum anderen können sich bei niedriger Luftfeuchte Keime schneller und weiter durch die Luft ausbreiten [2]. 

Luftbefeuchter zur Staubverringerung

Ein weiterer positiver Effekt von feuchterer Luft ist neben verringertem Infektionsrisiko auch eine geringere Staubbelastung: an Staubpartikel jeglicher Art lagern sich bei hoher Luftfeuchtigkeit auch Wassermoleküle an. Die Schwebstoffe werden dadurch schwerer und sinken schneller zu Boden. Die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit kann die Staubbelastung um bis zu 80% verringern [3]. Dieser Effekt ist besonders auch für Allergiker von Bedeutung, da weniger Staub und allergieauslösende Stoffe in der Luft zu einer Verbesserung der meisten Symptome führen wird.

Auswirkungen von trockener Luft auf Ihre Haut

Ist die Luftfeuchte in Ihrer Wohnung zu gering, werden Sie dies vermutlich zuerst in Ihren Atemwegen merken: sie spüren ein Kratzen im Hals und Ihre Nase fängt an zu jucken. Die Schleimhäute in Mund und Nase werden zwar durch Ihren Körper ständig mit Feuchtigkeit versorgt, doch ist Ihr Wasserbedarf entsprechend größer, wenn sie durch trockene Raumluft stärker gereizt sind. Trocknen Ihre Schleimhäute aus, sind auch körpereigene Abwehrfunktionen gegen Schadstoffe aus der Luft beeinträchtigt, was das Infektionsrisiko weiter erhöht.

Neben ihren Schleimhäuten profitiert auch Ihre Haut von einer angenehm hohen Luftfeuchtigkeit: Trockene Luft macht Haut auf Dauer spröde, und besonders an empfindlichen Stellen wie Ihren Lippen können rissige Stellen entstehen.

Wann sollten Sie einen Luftbefeuchter kaufen?

Wenn Sie über längere Zeit Symptome zeigen, die auf zu trockene Luft zurückzuführen sind, sollten Sie über die Anschaffung eines Luftbefeuchters nachdenken. Ein trockener Hals oder gereizte Augen und Nase können Anzeichen für eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit sein, ebenso wie verstärkte Allergie-Symptome.

Neben den Auswirkungen auf Ihre Gesundheit führt trockene Luft auf Dauer auch zur Bildung von Rissen und Verformungen in Holzgegenständen. Durch Luftbefeuchtung können Sie helfen, Beschädigungen an Möbeln, Holzböden und Instrumenten zu vermeiden [6].

Ab welcher Luftfeuchtigkeit ist ein Luftbefeuchter sinnvoll?

Aus gesundheitlicher Sicht ist ein Bereich zwischen 40% und 60% für die relative Luftfeuchtigkeit ideal. Das Bundesumweltamt gibt an, dass der Behaglichkeitsbereich zwischen 30% und 65% liegt [4]. Die Grenzwerte, ab wann eine Reizung der Haut stattfindet, sind umstritten – vermutlich ist eher die Staubbelastung für das subjektive Empfinden trockener Schleimhäute verantwortlich [5].

Um zu prüfen, ob die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung tatsächlich zu niedrig ist, können Sie ein Hygrometer* verwenden, mit dem sich die relative Luftfeuchte schnell lokal messen kann.

Wie funktioniert ein Luftbefeuchter?

Um die Raumluft zu befeuchten, gibt es verschiedene kommerzielle Hilfsmittel, die unterschiedliche technische Verfahren einsetzen. Sie können zwischen passiven Luftbefeuchtern unterscheiden, die die natürliche Wasser-Aufnahmekapazität von Luft bei Zimmertemperatur ausnutzen, und aktiven Befeuchtungsmethoden, wie sie in Ultraschall-Verneblern und Verdampfern zum Einsatz kommen. Neben den Unterhalt- und Wartungskosten hat die eingesetzte Technik auch Auswirkungen auf Effektivität der Luftbefeuchtung und hygienische Aspekte.

Passive Luftbefeuchtung: keine zu feuchte Luft möglich

An einer Wasseroberfläche findet immer ein Austausch von Wassermolekülen zwischen der Flüssigkeit und der Luft darüber statt: ein Teil des flüssigen Wassers verdunstet und geht in die Gasphase über, während andere Wasserteilchen aus der Luft wieder kondensieren und sich zur Flüssigkeit dazutun. Wie stark jeder der beiden Vorgänge ist, hängt von der Temperatur ab und davon, wie hoch der Anteil an Wassermolekülen in der Luft bereits ist.

Im Laufe der Zeit wird sich ein Gleichgewicht einstellen, sodass die Anzahl der verdampfenden Wasserteilchen gleich der Menge der Moleküle ist, die aus der Gasphase in den flüssigen Zustand wechseln. Ist das Gleichgewicht aber gestört, weil beispielsweise die Luft sehr trocken ist, überwiegt einer der beiden Prozesse: es wird mehr Wasser aus der Flüssigkeit an die Luft abgegeben als umgekehrt wieder aufgenommen wird. Als Folge nimmt die Luftfeuchtigkeit zu, bis schließlich der Gleichgewichtszustand erreicht ist.

Diese Art der passiven Luftbefeuchtung ist sehr elegant, weil der Wert der erreichten Luftfeuchtigkeit nur von Temperatur und Druck der Umgebungsluft abhängt. Eine Überfeuchtung, also eine Erhöhung der Luftfeuchte über das Ideal hinaus, ist durch passive Luftbefeuchter nicht möglich [7].

Luftbefeuchtung mit einem Verdunster

Die Funktionsweise eines Verdunsters beruht ausschließlich auf dem natürlichen Verdunstungsprozess und dem Vermögen der Luft, Wasser aufnehmen zu können. Das Aufstellen einer wassergefüllten Schale im Zimmer zum Zwecke der Luftbefeuchtung würde in gleicher Weise funktionieren. Wodurch sich jedoch professionelle Geräte auszeichnen: eine künstliche Vergrößerung der wasserbenetzten Oberfläche vervielfacht die Wirkung. Daher bestehen kommerzielle Verdunster aus großen, feingewobenen Filtermatten, die sich mit Wasser aufsaugen können und über eine riesige innere Oberfläche verfügen, an der das Wasser in die Luft übergehen kann.

Die Effektivität eines Verdunsters beruht auf drei Faktoren: der internen Oberfläche, über die Wasser verdunsten kann, der Temperatur der Filtermatten und der Luftkonvektion durch das Gerät. Eine größere interne Oberfläche erlaubt eine schnellere und gegebenenfalls stärkere Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in gleicher Weise, wie sie auch durch mehrere parallel arbeitende Geräte erreicht werden könnte. Eine höhere Temperatur führt zu beschleunigter Verdunstung und erhöhter Aufnahmefähigkeit der Luft. Und ein schnellerer Luftstrom führt in kürzerer Zeit einen größeren Teil der Zimmerluft durch das Gerät, sodass sich schneller die angestrebte ideale Luftfeuchtigkeit einstellt. Eine stärkere Konvektion lässt sich alternativ auch durch das manuelle Aufstellen eines Ventilators dicht neben einem passiven Verdunster erreichen.

Die simple Funktionsweise des Verdunsters macht ihn in seiner Anwendung sehr robust und benutzerfreundlich: das einzige bewegliche Teil ist üblicherweise ein Ventilator zum Ansaugen der Luft. Weil üblicherweise eine geringe Strömungsgeschwindigkeit vorliegt, ist Verdunster im Betrieb sehr leise. Seine Benutzung kann zudem mit Wasser jeglicher Härte erfolgen, weil die Filtermatten ihre Saugfähigkeit und Verdunstereigenschaften selbst bei geringen Kalkablagerungen beibehalten.

Verdampfer zur Luftbefeuchtung

In einem Verdampfer wird die Wassertemperatur erhöht, um die Rate zu steigern, mit der Wassermoleküle in die Luft übergehen. Diese Geräte erhitzen Wasser bis zur Siedetemperatur, sodass es verdampft. Dabei entsteht nicht bloß feuchte Luft, sondern auch Wasserdampf, der in kalten Räumen mitunter als Nebelschwaden sichtbar wird. Durch die hohen Temperaturen und die Verteilung des Wasserdampfs im Zimmer erfolgt eine sehr schnelle und starke Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Es besteht die Gefahr, dass die Luftfeuchte weiter ansteigt als gewünscht und Sie anschließend mit Folgen von zu feuchter Luft zu kämpfen haben.

Ein Vorteil des Verdampfers ist, dass durch das Erhitzen des Wassers bis zum Siedepunkt derart hohe Temperaturen erreicht werden, dass alle Keime darin abgetötet werden. Das Wasser wird im Betrieb des Verdampfers abgekocht und damit bakterien- und keimfrei gemacht. Die einzige gesundheitliche Gefahr, die von Verdampfern ausgehen kann, liegt in einer Verbrühung der Haut durch den heißen Dampf. Hier sind besonders Kinder gefährdet, die eine solche Gefahrenquelle schlechter einschätzen können.

Im Betrieb weist ein Verdampfer einen hohen Stromverbrauch auf, als ob ein Wasserkocher durchgehend eingeschaltet wäre. Da beim Sieden des Wassers zuvor gelöste Mineralstoffe zurückbleiben, entstehen mit der Zeit Kalkablagerungen, die regelmäßig entfernt werden müssen. Viele Geräte sind bereits mit entsprechenden Entkalkungseinsätzen ausgestattet, die von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden müssen. Die Benutzung mit entkalktem Wasser ist nur möglich, wenn dieses nicht durch Zusatz von Entkalkungssalzen aufbereitet worden ist. Ansonsten liegen anstelle des Kalks andere Salze im Wasser gelöst vor, die den Siedepunkt des Wassers erhöhen und dadurch zu einer  Überhitzung und Beschädigung des Geräts führen.

Wie funktioniert ein Ultraschall-Vernebler zur Luftbefeuchtung?

Einen gänzlich anderen Ansatz verfolgt ein Ultraschall-Befeuchter: hier wird Wasser nicht thermisch durch eine Temperaturerhöhung in einen Dampf überführt, sondern mechanisch durch Ultraschall in einen feinen Nebel zerlegt. Der Ultraschall wird durch eine sehr schnelle Vibration einer Membran erzeugt und breitet sich als hochfrequente Schwingung der Luft aus. Trifft der Ultraschall auf Wasser, reißen die schnellen Luftschwingungen feinste Wassertröpfchen aus der Flüssigkeit und schleudern sie in die Luft. 

Der Beschuss mit Ultraschall erzeugt aus dem Wasser einen feinen Nebel, der sich im Raum verteilen kann. Da die winzigen Wassertropfen im Nebel eine große Oberfläche aufweisen, verdunsten sie schnell und erhöhen dadurch die Luftfeuchtigkeit. Eine Verstärkung des Effekts kann durch gleichzeitiges Erhitzen des Wassers erfolgen: die höhere Temperatur erleichtert die Verdunstung des erzeugten Nebels.

Beim Einsatz eines Ultraschall-Verneblers werden alle im Wasser enthaltenen Bestandteile auch in den Nebel überführt, darunter auch Kalk oder Salze aus Entkalkungsanlagen sowie Bakterien und Keime. Aus dem Grund müssen Vernebler immer mit speziellen Entkalkungsfiltern oder -kartuschen betrieben werden, um zu verhindern, dass der Nebel einen feinen Kalkstaub in der Luft verteilt.

Die Verbreitung von Keimen über die Wassertröpfchen kann sich als größeres Problem erweisen und den gesundheitsfördernden Effekt durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit zunichtemachen. Eine Zugabe von keimtötenden Mitteln zum Wasser ist jedoch keine gute Idee: das Desinfektionsmittel würde mit dem Wasser zerstäubt und so in der Luft verteilt werden, wo es eingeatmet und dabei die Atemwege reizen würde. Eine regelmäßige Reinigung der Vernebler-Geräte ist daher besonders wichtig, um Gesundheitsrisiken vorzubeugen.

Der Betrieb eines Ultraschall-Zerstäubers kommt bei ähnlich effektiver Luftbefeuchtung mit viel weniger Stromverbrauch und geringerer Lärmbelastung aus als ein Verdampfer.

Luftwäscher: Luftbefeuchter und Luftreiniger zugleich

Eine Sonderstellung unter den Luftbefeuchtern nimmt der Luftwäscher ein: hier steht nicht unbedingt die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit im Vordergrund, sondern eher die Reinigung der Luft von Staub und Schmutz. Die Luft wird durch wasserbenetzte Scheiben geführt, wodurch kleinste Partikel vom Flüssigkeitsfilm aufgenommen und herausgefiltert werden. Gleichzeitig gehen auch Wassermoleküle aus dem Luftwäscher in die Zimmerluft über und erhöhen so die Luftfeuchtigkeit.

In seiner Funktion als Luftbefeuchter ähnelt der Luftwäscher einem einfachen Verdunster, mit allen seinen Vorzügen: es besteht keine Gefahr der Überfeuchtung, das Gerät funktioniert auch mit kalkhaltigem Wasser und der Stromverbrauch ist gering. Einziger Nachteil sind die höheren Anschaffungskosten, die durch die zusätzliche Funktionalität als Luftreiniger begründet wird, der Pollen und Staub aus der Luft herausfiltern kann.

Die Auswahl des richtigen Luftbefeuchters

Ihre Entscheidung für einen bestimmten Luftbefeuchter sollte von mehreren Kriterien abhängen: wie viel Feuchtigkeit muss in die Atmosphäre abgegeben werden und wie groß ist die Gefahr einer möglichen Überfeuchtung der Luft? Liegen besonders hohe hygienische Anforderungen vor, beispielsweise aufgrund von Allergien? Und schließlich müssen auch technischere Details berücksichtigt werden, etwa die Wartung und Geräuschentwicklung.

Wie stark muss ein Luftbefeuchter sein?

Passive Luftbefeuchter wie Verdunster und Luftwäscher bieten den großen Vorteil, dass sie keine unangenehm hohe Luftfeuchtigkeit erzeugen. Verdampfer und Zerstäuber hingegen können die Feuchtigkeit im Raum über das Idealmaß hinaus erhöhen und so beispielsweise die Gefahr von Schimmelbildung erhöhen. Um eine Überfeuchtung zu vermeiden, sollten aktive Luftbefeuchter nur in Kombination mit einem Hygrostaten betrieben werden, welcher die aktuelle Luftfeuchte misst und die Betriebsstärke des Luftbefeuchters entsprechend anpasst. Achten Sie beim Kauf eines Luftbefeuchters darauf, dass er für Ihre Raumgröße geeignet ist. Entscheidend ist das Luftvolumen, welches befeuchtet werden muss und welches Sie vergleichen müssen mit der Leistungsfähigkeit eines Geräts, die in seinen Datenblättern vermerkt ist.

Hygiene bei Luftbefeuchtern: Keimschleudern verhindern

Da Feuchtigkeit immer ein Nährboden für Bakterien, Pilze und Algen ist, besteht bei Luftbefeuchtern ein erhöhtes Risiko durch Keime. Eine regelmäßige Reinigung ist daher Pflicht. In passiven Verdunstern und Luftwäschern bietet sich der Einsatz von Desinfektionsmitteln an, die jedoch nicht in Verneblern verwendet dürfen werden. Einige Luftbefeuchter bieten auch zusätzliche Filter an, etwa aus Aktivkohle oder mit UV-Lampen, um Keime aus dem Wasser oder der befeuchteten Luft herauszufiltern oder abzutöten. In Verdampfern hingegen sind derartige Maßnahmen nicht erforderlich, da die hohen Temperaturen automatisch eine Keimfreiheit garantieren.

Allergiker, die sensibel auf Staubbelastung der Luft reagieren, können von der etwas höheren Luftfeuchtigkeit durch Verdampfer profitieren, aber auch durch die reinigende Wirkung von Luftwäschern.

Welcher Luftbefeuchter ist bei hartem Wasser geeignet?

In hartem Wasser ist viel Kalk gelöst, der sich in Verdampfern als Rückstand ablagern kann und bei Verwendung in Ultraschall-Zerstäubern zu weißem Staub-Niederschlag führt. Sowohl Verdampfer als auch Zerstäuber sollten zudem nicht mit Wasser aus einer Entkalkungsanlage arbeiten, da die zugesetzten Salze eine Beschädigung der Geräte verursachen können. Bei hartem Wasser oder Wasser aus einer Entkalkungsanlage sollten Sie sich daher für Verdunster oder Luftwäscher als Luftbefeuchter entscheiden.

Wartung und Unterhalt von Luftbefeuchtern

Neben dem Verhindern von Keimbildung in den Geräten ist eine regelmäßige Reinigung erforderlich, um Kalkablagerungen zu beseitigen. Diese entstehen selbst bei Verwendung von weichem, kalkarmen Wasser. Verdampfer und Zerstäuber büßen ein Teil ihrer Wirkung ein, wenn sie zu stark verkalkt sind; Verdunster hingegen lassen sich auch mit Kalkablagerungen noch problemlos betreiben.

Hinsichtlich der Betriebskosten sind Verdampfer sicherlich die schlechteste Wahl, da ihr Stromverbrauch sehr hoch liegt. Ultraschall-Zerstäuber eine kostengünstige und beliebte Lösung. Passive Befeuchtungssysteme wie Verdunster haben zwar die geringsten Stromkosten, doch müssen die Verdunsterkassetten mit den Filtermatten öfter. Hilfreich ist der Einsatz eines Hygrostaten oder zumindest die Überwachung der Luftfeuchte mit einem Hygrometer, um die Betriebsstärke richtig einzustellen und unnötig hohe laufenden Kosten dadurch zu vermeiden.

Eine niedrige Betriebsstufe verringert auch die Lärmbelastung. Während in Verdunstern die einzigen Geräusche durch Ventilatoren verursacht werden, ist bei Ultraschall-Verneblern oft ein leises Surren hörbar und bei Verdampfern das Blubbern des kochenden Wassers. 

Der ideale Standort für einen Luftbefeuchter

Ein Luftbefeuchter sollte zentral im Zimmer stehen, sodass er die gesamte Raumluft gleichermaßen befeuchten kann. Sie sollten immer einen Sicherheitsabstand von etwa 30 cm zwischen dem Gerät und Oberflächen von Möbeln und Wänden lassen, um zu vermeiden, dass sich die befeuchtete Luft dort kondensiert und zu Schimmelbildung führt. Besonders wichtig ist ein gut zugänglicher Standort für Luftbefeuchter mit Hygrostat, da ansonsten durch schlechte Luftzirkulation die Messung der Luftfeuchtigkeit verfälscht werden könnte.

Sie sollten den Luftbefeuchter in das Zimmer stellen, in dem Sie das größte Problem aufgrund trockener Luft haben, typischerweise Wohn- oder Schlafzimmer. Falls Sie sich für einen Verdampfer entscheiden, achten Sie darauf, ihn gegen Kinder und Haustiere abzusichern, da der heiße Dampf schwere Verbrühungen verursachen kann [6].

Alternativen zum Luftbefeuchter

Da die regelmäßige Reinigung eines Luftbefeuchters mit Arbeit verbunden ist und ein unsachgemäßer Betrieb rasch zu einer erhöhten Keimbelastung durch das Gerät führen kann, sollten Sie sich gut überlegen, ob die Anschaffung eines Luftbefeuchters wirklich notwendig ist, falls die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung nur geringfügig unterhalb des Idealbereichs liegt. Eine weniger aufwändige Maßnahme, um die Luftfeuchte zu erhöhen, liegt in einem Absenken der Zimmertemperatur. Bei gleicher absoluter Wassermenge in der Luft steigt beim Abkühlen die relative Feuchtigkeit an. Falls Sie das ganze Jahr über Probleme aufgrund zu trockener Luft haben, sollten Sie auch über die Anschaffung von Zimmerpflanzen nachdenken, welche über ihre Blattoberflächen stetig Wasser verdunsten und so die Luftfeuchtigkeit um bis zu 5% erhöhen können [8]. Mehr hierzu…

Die beliebtesten Luftbefeuchter

Die Auswahl an Modellen und Befeuchtungsgeräten ist sehr umfangreich. Deshalb ist es gut, wenn man sich Empfehlungen anderer zu nutze macht. Die Amazon Beststeller sind ein guter Startpunkt, um das passende Gerät zu finden. Schauen Sie sich die beliebtesten Geräte an und lesen Sie ausführliche Erfahrungsberichte anderer Kunden.

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