Luftfeuchtigkeit messen – So bestimmen Sie die Luftfeuchte in Ihrem Zuhause

Luftfeuchtigkeit messen

Wenn Sie Ihrer Gesundheit etwas Gutes tun wollen und die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung optimieren möchten, müssen Sie auch Mittel und Wege kennen, um sie überhaupt zu messen. Heutzutage muss dafür niemand mehr komplizierte Experimente durchführen und sich durch Referenztabellen wühlen. Gute Hygrometer arbeiten zuverlässig und nehmen einem diese Arbeit ab.

Warum sollte man die Luftfeuchte in seiner Wohnung kennen, und wie lässt sie sich überhaupt bestimmen? Was müssen Sie beachten, wenn Sie ein Hygrometer anschaffen und benutzen möchten? Dieser Artikel erklärt, wie sie die Luftfeuchte messen können.

Wie ist Luftfeuchtigkeit definiert?

Die Luftfeuchtigkeit beschreibt, wie viel Wasser sich in der Luft befindet, und wird üblicherweise relativ zu dem Maximalwert angegeben. Die Zahlenwerte der Luftfeuchtigkeit liegen daher zwischen 0% bei trockener Luft und 100%, wenn sie vollständig mit Wasser gesättigt ist. Eine weitere Erhöhung über 100% hinaus ist nicht möglich; da die Luft das überschüssige Wasser nicht halten kann, kondensiert es und schlägt sich als Nebel oder Tautropfen nieder.

Wie Luftfeuchte und Temperatur zusammenhängen

Die Fähigkeit von Luft, Wasser aufzunehmen, hängt stark von ihrer Temperatur ab. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit halten als warme: bei einer Temperatur von 10 °C kann nur etwa halb so viel Wasser aufgenommen werden wie bei Raumtemperatur von gut 20 °C. Nicht zuletzt wegen dieser Abhängigkeit sollte neben der Luftfeuchte auch immer die Temperatur gemessen werden, um das Raumklima richtig beurteilen zu können.

Absolute und relative Luftfeuchtigkeit messen

Die absolute Luftfeuchte sagt aus, wie viel Wasser sich in der Luft befindet, üblicherweise angegeben als g/m³ (Gramm Wasser pro Kubikmeter Luft). Typische Werte sind etwa 10 g/m³. Ohne den Zusatz „absolut“ meint Luftfeuchte aber den relativen Wert, bezogen auf die maximale Wassermenge, die die Luft bei einer bestimmten Temperatur halten kann.

Bei 20 °C liegt dieser Maximalwert gesättigter Luft beispielsweise bei 17,3 g/m³. Eine absolute Luftfeuchtigkeit von 10 g/m³ entspricht bei der Temperatur also einer relative Feuchte von 58%. Dieser Wert liegt im Rahmen dessen, was als ideal erachtet wird: für ein angenehmes Wohnklima sollte die Feuchtigkeit in der Raumluft zwischen 40% und 60% liegen.

Die meisten Messverfahren sind darauf ausgerichtet, die relative Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung zu messen, da diese das Raumklima bestimmt. Um auch die absolute Luftfeuchtigkeit zu ermitteln, können Sie diese aus relativer Luftfeuchte und der  Zimmertemperatur berechnen, zum Beispiel mit Hilfe eines Online-Tools.

Wie lässt sich Luftfeuchtigkeit messen?

Es sind verschiedene Verfahren möglich, wie Sie die Luftfeuchte in Ihren Wohnräumen bestimmen können. Das methodisch simpelste Verfahren kommt zwar ohne High-Tech-Geräte aus, ist jedoch in der praktischen Realisierung auch das umständlichste und ungenaueste: es handelt sich um das Taupunktverfahren, welches den oben beschriebenen Zusammenhang zwischen Temperatur und relativer Luftfeuchte ausnutzt. Für die regelmäßige Kontrolle der Feuchtigkeit sollten Sie aber lieber in ein Hygrometer investieren, ein Gerät zum Messen der Luftfeuchtigkeit, das genauere Werte liefert als das Taupunktverfahren und weniger umständlich zu handhaben ist.

Für Tüftler: das Taupunktverfahren

Um mit dem Taupunktverfahren die Raumfeuchte zu messen, benötigen Sie lediglich einen Spiegel oder eine Metallplatte, die Sie langsam abkühlen können (z.B. Eiswürfel oder Cool-Packs auf die Unterseite legen). Außerdem müssen Sie ein Thermometer an die Oberfläche halten können, um die Temperatur genau zu ermitteln.

Während die Metallplatte abkühlt, steigt lokal die Luftfeuchte an: direkt über der Metalloberfläche kühlt sich die Luft ab und die relative Feuchte steigt. Je kälter das Metall wird, desto höher steigt die Feuchte, bis schließlich 100% erreicht werden – die Luft ist nun gesättigt. Ein weiteres Abkühlen resultiert in der Kondensation auf der Oberfläche: die Metallplatte beschlägt.

In dem Moment, in dem Sie das Beschlagen der Oberfläche beobachten, wird der sogenannte Taupunkt erreicht. Da Temperatur und maximale Wasserkapazität der Luft eng miteinander zusammenhängen, ist die dann gemessene Temperatur eindeutiger Indikator für die vorliegende Wassermenge in der Luft: je feuchter die Luft zu Beginn war, desto früher wird der Taupunkt erreicht, desto höher ist also die gemessene Temperatur, wenn Kondensation beobachtet werden kann. Um aus der Temperatur am Taupunkt die ursprüngliche Luftfeuchte zu bestimmen, müssen Sie eine Taupunktkurve zu Hilfe nehmen [1-4].

Für professionelle Messungen: Hygrometer

Wenn Sie nicht gerade den Drang verspüren, selbst zu experimentieren, sollten Sie sich ein geeignetes Messgerät anschaffen. Hygrometer nutzen aus, dass bestimmte Substanzen Wasser aus der Luft aufnehmen können und sich dadurch ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften ändern.

Historisch gesehen ist das Haarhygrometer ein prominentes Beispiel: die Länge eines Haares kann sich bei Erhöhung der Luftfeuchte von 0 auf 100% um bis zu 2.5% ändern. Eine solche Änderung lässt sich bereits mechanisch auf einen Zeiger übertragen und so sichtbar machen. Selbst heute noch gibt es Haar-Hygrometer, die auf dieser Methode beruhen, allerdings verfügen viele über elektrische Anzeigen. Haar-Hygrometer zählen zu den genauesten, aber auch zu den kostspieligsten Geräten, mit denen Sie die Feuchtigkeit im Haus messen können. Zudem ist eine regelmäßige Pflege der Geräte erforderlich, um auch über längere Zeit akkurate Messergebnisse gewährleisten zu können.

Zur Überwachung des Raumklimas ist keine hohe Genauigkeit von Nöten, und günstigere elektrische Hygrometer reichen völlig aus. Diese bestehen aus Schaltkreisen, in denen die Eigenschaften einzelner Elemente sensitiv auf die Luftfeuchtigkeit sind. Dies können beispielsweise Widerstände sein, deren Wert sich bei Feuchtigkeit ändert, oder aber Kondensatoren, deren Kapazität vom Wassergehalt in der Luft abhängt].

Wo gehört das Hygrometer hin?

Wenn Sie eine Luftfeuchtigkeitsmessung durchführen, die repräsentativ für den Raum oder sogar Ihre Wohnung sein soll, müssen Sie das Hygrometer möglichst mittig platzieren. Halten Sie auf jeden Fall genug Abstand zu Heizkörpern und Fenstern, da in deren Nähe schnell andere Temperaturen und damit auch Feuchtigkeitswerte vorliegen können.