Ist ein Luftreiniger sinnvoll? Und für wen?

Ist ein Luftreiniger sinnvoll?

Wir sind täglich vielen Schadstoffen in der Luft ausgesetzt. Luftreiniger versprechen vollmundig, in unserer Wohnung für gesunde Atemluft zu sorgen. Ganz billig sind diese Geräte allerdings nicht. Deshalb sollten Sie sich vor einem Kauf überlegen, ob für Sie wirklich ein Luftreiniger sinnvoll ist. Das hängt von der jeweiligen Belastung und Ihrer Gesundheit ab.

Feinstaub, Pollen, Schimmelsporen, Zigarettenrauch – all das sind winzige Bestandteile, die je nach Belastung in unserer Raumluft zu finden sind. Einiges davon schadet maßgeblich unserer Gesundheit. Gutes Lüften bringt nicht immer Hilfe, denn die Partikel dringen zum Teil auch von außen in unsere Wohnung ein. Luftreiniger helfen, die Raumluft von potenziellen Schadstoffen zu reinigen. Die Wirkung basiert auf hoch entwickelten Filtersystemen. Eine Anschaffung kann allerdings recht teuer sein und die Filter müssen regelmäßig gewechselt werden.

Die Frage, ob ein Luftreiniger sinnvoll ist, ist also berechtigt. Wann lohnt es sich, über einen Kauf nachzudenken? In diesem Beitrag erfahren Sie mehr darüber.

Bei welchen Schadstoff-Belastungen kann ein Luftreiniger helfen?

Täglich gelangen immense Mengen an Schadstoffen in die Luft, die eine potenzielle Gefahr für unsere Gesundheit darstellen. Eine große Rolle spielen dabei Emissionen aus Verkehr oder Industrie. Aber auch natürliche Quellen wie Hausstaub, Schimmelsporen oder Pollen können uns schaden. Häufig ist die Belastung in geschlossenen Räumen sogar größer als außen. Luftreiniger schaffen Abhilfe, indem sie Schadstoffe aus der Luft filtern und neutralisieren.

Ob ein Luftreiniger sinnvoll  für Ihre Wohnung ist oder nicht, hängt in erster Linie mit den Belastungen zusammen, denen Sie ausgesetzt sind. Zudem spielt Ihr persönlicher Gesundheitszustand eine Rolle. Bei welchen Schadstoffen der Einsatz eines Luftreinigers prinzipiell sinnvoll sein kann, stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Feinstaub

Als Feinstaub bezeichnet man Schwebstoffe in der Luft, die ein Gemisch aus festen und flüssigen Partikeln darstellen. Feinstaub entsteht beispielsweise durch Verbrennungsprozesse oder Bodenerosionen. Durch die hohen Emissionen in Verkehr, Industrie und Landwirtschaft nimmt die Feinstaubbelastung immer mehr zu.

Da Feinstaubpartikel sehr klein sind, können sie über unsere Atemwege bis tief in die Lungenbläschen oder gar in den Blutkreislauf eindringen. Das hat gesundheitliche Folgen – von Schleimhautreizungen bis hin zu Atherosklerose. Die Belastung ist in Städten höher als auf dem Land.

Hausstaub

Kaum haben wir geputzt, macht sie sich schon wieder bemerkbar: die gräulich-weiße Staubschicht auf unseren Möbeln. Bei „Hausstaub“ handelt sich um ein Gemisch verschiedener organischer und anorganischer Bestandteile, z.B. Fusseln, Hautschuppen, Hausstaubmilben oder Pflanzenteilchen.

Der Belastungsgrad hängt unter anderem mit der Art und Menge von Wohntextilien und dem Vorhandensein von Haustieren zusammen. Gesundheitliche Probleme entstehen insbesondere für Menschen mit einer Hausstauballergie.

Keime (Bakterien & Viren)

In privaten Haushalten müssen wir uns in der Regel keine besonderen Gedanken um Viren und Bakterien in der Luft machen. Zwar sind Keime stets in der Umgebung vorhanden, in den meisten Fällen prallen diese jedoch an unserem Immunsystem ab. Eine größere Rolle spielt die Belastung durch Bakterien und Viren allerdings in Krankenhäusern oder Arztpraxen, wo die Konzentration an Keimen in der Luft höher ist.

Pollen

Pollen sind Bestandteile von Pflanzen, die deren Fortpflanzung dienen. Sie sind eigentlich harmlos, bei Pollen-Allergikern lösen sie allerdings eine Immunreaktion aus, die je nach Ausmaß für den Betroffenen sehr belastend sein kann. Insbesondere im Frühjahr und im Sommer ist die Pollenbelastung hoch. Auch der Standort spielt eine Rolle.

Schimmelsporen

Schimmel in der Wohnung entsteht durch zu hohe Feuchtigkeit. Die gesundheitliche Belastung geht dabei nicht vom Schimmelfleck an der Wand aus, sondern von den Schimmelsporen, die sich über die Luft verbreiten.

Tierhaare

Bei der weit verbreiteten „Tierhaarallergie“ sind eigentlich nicht die Haare das Problem, sondern Proteinbestandteile des Speichels oder Schweißes, die an dem Haar haften. Es kommt ähnlich wie bei der Pollenallergie zu einer Überreaktion des Immunsystems.

Zigarettenrauch

Bei dem Rauch einer Zigarette werden nur etwas 25 % des Rauchs aktiv inhaliert. Der Rest wird als Passivrauch in die Umgebungsluft abgegeben. Der Rauch beinhaltet nicht nur Nikotin, sondern viele weitere krebserregende und schädigende Stoffe. Er belastet die Gesundheit der Bewohner stark und verbreitet einen unangenehmen Geruch.

Chemikalien

Gasförmige Schadstoffe wie Benzol, Trichlorethan und Formaldehyd sind extrem giftig. Sie stammenzum Beispiel aus Ausdünstungen von Farben und Lacken neu gekaufter Möbel. Auch Emissionen nahe gelegener Industriebetriebe können unsere Atemluft mit Chemikalien belasten.

Welches Filtersystem ist in einem Luftreiniger sinnvoll?

Je nach Art der Belastung sind Luftreiniger unterschiedlich wirkungsvoll. Das Filtersystem spielt dabei eine wesentliche Rolle

  • HEPA-Filter: Die Reduzierung von Staubpartikeln, SchimmelsporenPollen oder Tierhaaren funktioniert durch ein geeignetes HEPA-Filtersystem beispielsweise sehr gut. Die Partikel werden in diesem Fall wie bei einem Staubsauger am Filter gebunden. Weniger wirkungsvoll erweisen sich Luftreiniger bei chemischen Gasen.
  • Luftwäscher: Diese besonderen Geräte nutzen Wasser um die Stoffe darin festzuhalten. Das funktioniert bei festen Partikeln ebenfalls recht gut. Bei Schimmel sollten Luftwäscher aufgrund der Feuchtigkeit nicht verwendet werden.
  • UV-Luftreiniger: Luftreiniger mit UV-C Strahlung töten Keime wie Viren und Bakterie zuverlässig ab. UV hat allerdings keine Wirkung bei Pollen, Staub oder Schimmel.
  • Aktivkohlefilter: Neben Schadstoffen neutralisieren geeignete Luftreiniger mit Aktivkohlefilter auch unangenehmen Gerüche.

Grundsätzlich gilt: Luftreiniger bekämpfen bzw. vermindern die Symptome einer Belastung, lösen jedoch nicht die Ursache. Sie sollten daher immer auch der Ursache auf den Grund gehen und diese nach Möglichkeit beseitigen.

Für welche Zielgruppe ist ein Luftreiniger sinnvoll?

Im ersten Schritt geht es also darum, die Belastung zu identifizieren. Wenn Sie beispielsweise weder Raucher noch Tiere in der Wohnung haben, müssen Sie sich über Zigarettenrauch und Tierhaare sicherlich keine Sorgen machen. Andere Schadstoffe wie Feinstaub oder Pollen sind schon eher ein allgemeines Problem, obwohl auch diese Belastung standortabhängig ist.

Im Folgenden sollten Sie sich damit auseinandersetzen, wie stark Ihnen die vorhandene Belastung persönlich schadet bzw. Sie in Ihrem Alltag einschränkt. Wenn Sie zu einer der folgenden Zielgruppen gehören, ist es sinnvoll, über den Kauf eines Luftreinigers nachzudenken.

  • Sind Sie Allergiker oder Asthmatiker?
  • Neigen Sie zu Hautreizungen oder MCS (multiple chemische Sensibilität)?
  • Besitzen Sie eine schwache Immunabwehr?
  • Haben Sie Kinder im Haus?
  • Wohnen Sie in einem Haus mit hoher Schadstoffbelastung in der Bausubstanz?
  • Wohnen Sie in Gebiet mit hoher Feinstaubbelastung (z.B. Industriegebiet, Hauptstraße)?

Welche anderen Lösungsansätze gibt es?

Manchmal lassen sich Schadstoffbelastungen auch ohne technische Hilfe lösen bzw. vorbeugen. Die einfachste Möglichkeit Raumluft zu reinigen ist nach wie vor regelmäßiges Lüften. Schadstoffe, deren Quellen in der Wohnung zu finden sind, lassen sich so durch Luftaustausch nach draußen verbannen . Das gilt beispielsweise bei Zigarettenrauch, chemischen Möbelausdünstungen oder unangenehmen Gerüche. Zudem beugt ein regelmäßiger Luftaustausch Schimmelbildung vor.

Spezielle Pollenschutzgitter* für die Fenster, können in der Hochsaison Linderung für Allergiker schaffen.

Fazit

Wir sind ständig verschiedensten Schadstoffen ausgesetzt, die sich in der Umgebungsluft befinden. In geschlossenen Räumen können Luftreiniger solche Schadstoffe beseitigen oder zumindest reduzieren. Ob ein Luftreiniger sinnvoll ist, hängt im Allgemeinen von der Art bzw. dem Grad der Belastung und Ihrem Gesundheitszustand ab. Oft kann durch regelmäßiges Lüften bereits der Belastungsgrad verringert werden. Sind solch einfache Maßnahmen nicht ausreichend, steigert ein Luftreiniger nicht nur die Luftqualität im Raum, sondern auch Ihre Lebensqualität.