Der ultimative Luftwäscher Ratgeber – Luftreinigung durch Wasser

Um Staub und Schadstoffe aus der Luft zu entfernen, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden; Luftwäscher nutzen Wasser zur Luftreinigung. In dem heutzutage üblichen Aufbau der Geräte führen Walzen die Luft durch ein Wasserbad, in dem Schwebstoffe abgeschieden werden. Auf diese Weise können Haare, Pollen und sogar Bakterien aus der Luft entfernt werden. Gleichzeitig verdunstet aber auch ein Teil des Wassers, und die ausströmende Luft hat eine höhere Feuchtigkeit als zuvor.

Ist ein Luftwäscher ein Luftreiniger oder ein Luftbefeuchter? Was kann ein Luftwäscher, was andere Luftreiniger nicht können? Und stimmt es, dass bei Luftwäschern keine Filterwechsel nötig sind? Antworten auf diese Fragen sowie unterstützende Tipps zu einer durchdachten Kaufentscheidung gibt Ihnen dieser Ratgeber.

Technik und Funktion – Was macht ein Luftwäscher?

Ein Luftwäscher ahmt die säubernde Wirkung eines Regenschauers nach und reinigt die Luft mit Wasser. Ähnlich wie bei natürlichem Regen erhöht sich dadurch auch die Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz zum Vorbild aus der Natur werden in modernen Geräten aber keine einzelnen Tropfen erzeugt, sondern ein Wasserfilm zur Reinigung verwendet, der einen gleichmäßigen und kontinuierlichen Betrieb ermöglicht [1].

Wie funktioniert die Luftreinigung mit Wasser?

In Luftwäschern führen Ventilatoren und Düsen die Zimmerluft auf rotierende Scheiben, die zur Hälfte in ein Wasserbad getaucht sind. Staubpartikel, die gegen die nassen Scheiben geblasen werden, bleiben dort haften und werden mit der Drehbewegung der Scheibe ins Wasserbad gezogen. Dort sie sich von der Scheibe und können dann bis auf den Boden des Wasserbeckens sinken.

Neben dem Reinigungseffekt durch die staubbindende Wirkung des Wasserfilms sorgen die mit Flüssigkeit benetzten Scheiben auch für eine Befeuchtung der Luft: die große Oberfläche erlaubt eine effektive Verdunstung des Wassers, selbst bei Zimmertemperatur. Die dadurch erhöhte Luftfeuchtigkeit verringert die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Krankheitskeimen in der Luft; außerdem können sich die Wassermoleküle an andere Schwebstoffe anlagern und diese durch das zusätzliche Gewicht in Richtung Boden ziehen. Auf diese Weise trägt eine höhere Luftfeuchtigkeit ebenfalls zu einer sauberen Atmosphäre in Ihrer Wohnung bei [2,3].

Welche Schadstoffe entfernt ein Luftwäscher?

Aufgrund ihres Funktionsprinzips können Luftwäscher nur gröbere Partikel aus der Luft entfernen. Während Teilchen mit einer Größe von 10 µm noch effektiv zu 90% und mehr herausgefiltert werden können, sinkt die Effektivität, mit der kleinere Teilchen von maximal 1 µm Durchmesser aus der Luft entfernt werden können, auf 20% und weniger ab.

Luftwäscher sind damit recht gute Filter gegen Grobstaub, Haare und Pollen. Auch die Konzentration an Bakterien, deren Größe typischerweise zwischen 1 und 10 µm liegt, lässt sich mit Luftwäschern reduzieren, wenn auch nicht mehr besonders effektiv [4,5]. Kleinere Luftbestandteile wie Feinstaub, Viren oder molekulare Geruchs- und Schadstoffe lassen sich mit Luftwäschern nicht herausfiltern.

Was sind Unterschiede zwischen Luftwäschern und anderen Luftreinigern?

Luftwäscher haben eine Sonderstellung unter den Luftreinigern, weil sie nicht bloß Staub und Schadstoffe aus der Luft filtern, sondern sie gleichzeitig auch befeuchten. Sie kombinieren Eigenschaften eines Luftreinigers mit denen eines Luftbefeuchters. Im Vergleich zu Geräten mit nur einer Funktion zeigen sich die Unterschiede in der Bauweise auch in unterschiedlichen Ergebnissen, die sich erzielen lassen.

Partikelfilterung durch Luftwäscher

Die meisten hochwertigen Luftreinigungsgeräte sind heutzutage mit HEPA-Filtern ausgestattet, mit hoch effektiven Partikelfiltern. Diese bestehen aus feingewobenen Filtermatten und können selbst kleinste Teilchen bis zu einer Größe von 0,1 µm aus der Luft entfernen. HEPA-Filter weisen Abscheidegrade von über 99% auf, das heißt, sie lassen deutlich weniger als 1% an Schwebstoffen in der Luft passieren. Damit sind HEPA-Filter um Größenordnungen effektivere Partikelfilter als Luftwäscher.

Die Reinigungswirkung von Luftwäschern erfolgt ausschließlich auf physikalischen Effekten, über die die Staubteilchen an die Flüssigkeit gebunden werden und dadurch aus der Luft gefiltert werden können. Für einzelne Moleküle, wie sie in flüchtigen organischen Verbindungen aus Lösemitteln oder auch als Geruchsmoleküle vorliegen, fallen diese physikalischen Effekte nur sehr schwach aus, sodass sie von Luftwäschern nicht entfernt werden können. Andere Luftreiniger setzen auch chemische Effekte gegen Gerüche und molekulare Schadstoffe ein; zum Beispiel Ionisatoren, UV-Filter und Photokatalysatoren, in denen hochreaktive Strahlung oder Gase die Schadstoffe aufspalten können.

Was unterscheidet Luftwäscher von anderen Luftbefeuchtern?

Luftwäscher reinigen die Luft mit Wasser. Im Geräteinnern verdunstet auch ein Teil der Flüssigkeit, weshalb neben sauberer Luft auch eine höhere Luftfeuchte erzielt wird. Die Verdunstung geschieht bei Raumtemperatur, also deutlich unterhalb des Siedepunktes, weshalb bei diesem Prozess kein Wasserdampf entsteht. Auch wird in einem Luftwäscher typischerweise nicht gezielt versucht, einen Nebel aus feinsten Wassertröpfchen zu erzeugen. Insgesamt ist daher die Befeuchtungswirkung beschränkt, und eine Überfeuchtung der Zimmerluft durch Ausstoß von übersättigter Luft ist bei einem Luftwäscher nicht möglich.

Dies ist anders bei Luftbefeuchtern, die den Verdunstungsprozess aktiv unterstützen. In Verdampfern wird Wasser zum Kochen gebracht, weshalb nicht nur feuchte Luft, sondern auch Wasserdampf aus dem Gerät austreten kann. Und in UV-Verneblern wird Wasser in feinste Tröpfchen zerstäubt, die sich als Nebel ausbreiten können. Beide Befeuchtertypen können im ungünstigsten Fall eine Überfeuchtung der Luft verursachen, bei der das überschüssige Wasser sich an Wänden, Fensterscheiben und anderen kühleren Oberflächen niederschlägt.

Im Gegensatz zu Verdampfern werden in Luftwäschern nicht automatisch alle Keime abgetötet. Zwar werden auch einige Bakterien durch die Filterwirkung zurückgehalten, doch ist die ausgestoßene Luft keinesfalls steril. Dafür sind Luftwäscher sehr viel robuster im Hinblick auf die eingesetzte Wasserqualität: sie können auch mit hartem Wasser oder mit Wasser aus einer Entkalkungsanlage betrieben werden.

Vor- und Nachteile von Luftwäschern

Das Schlüsselargument für einen Luftwäscher ist, dass Luftreinigung und Luftbefeuchtung in einem Gerät kombiniert werden. Haben Sie in Ihrer Wohnung nicht nur mit zu hoher Staubbelastung zu kämpfen, sondern auch mit trockener Luft, bieten Luftwäscher eine Lösung für beide Probleme.

Besonders attraktiv sind Luftwäscher für Sie, falls Sie häufiger unter gereizten Schleimhäuten oder Atemwegsinfektionen leiden: während die reinigende Wirkung die Ursachen der Infektionen reduziert, kann die feuchtere Luft die Krankheitssymptome in Nase und Rachen lindern.

Unter den Luftbefeuchtern sind Luftwäscher für viele Anwendungen die ideale Wahl: sie sind so robust wie Verdunster, aber bieten eine zusätzliche Luftfilterung. Auch als Luftreiniger sind Luftwäscher sehr pflegeleicht, da kein Filterwechsel erforderlich ist und eine regelmäßige Säuberung des Geräts als Pflege ausreicht.

Allerdings sind Luftwäscher auf dem Gebiet der Luftreinigung bestenfalls im Mittelfeld hinsichtlich der erreichbaren Staub- und Schadstoffreduktion zu finden. Viele spezialisierte Luftreiniger können mehr und kleinere Partikel aus der Luft filtern und eine höhere Reinheit der Zimmerluft erzielen als Luftwäscher. Besonders HEPA-Filter sind Luftwäschern in ihrer Funktion als Partikelfilter deutlich überlegen.

Als Zusammenfassung lässt sich festhalten, dass – bezogen auf seine Qualitäten – ein Luftwäscher eher ein Luftbefeuchter mit Reinigungsfunktion als ein Luftreiniger mit Befeuchtungsfunktion ist.

Wartung von Luftwäschern

Als großer Vorteil im Vergleich zu anderen Luftreinigern wird oft angepriesen, dass Luftwäscher abgesehen vom Wasser keine Verbrauchsmaterialien benötigen und sie dadurch im laufenden Betrieb günstiger sind. Dafür ist besonders viel Aufmerksamkeit nötig, um die Hygiene sicherzustellen, weil das Wasser als Nährboden für Keime dienen kann.

Sind Filterwechsel bei Luftwäschern nötig?

Nein; Luftwäscher haben keine Filter, die ausgewechselt werden könnten. Dies ist tatsächlich ein Vorteil gegenüber HEPA- und Aktivkohlefiltern, deren Filtermaterialien regelmäßig im Abstand von einigen Monaten ausgetauscht werden müssen. Während sich der Zeitaufwand für einen Filterwechsel aber in Grenzen hält und die Ersparnis bei einem Luftwäscher nicht ins Gewicht fällt, machen sich die geringeren Betriebskosten aufgrund eingesparter Filter durchaus bemerkbar.

Allerdings sind Luftwäscher auch nicht wartungsfrei, ganz im Gegenteil: wie bei jedem anderen Luftreiniger auch, sollte etwa alle vier Wochen das Gerät gesäubert werden, um die korrekte Funktion zu gewährleisten. Zudem können Kombigeräte mit Zusatzfiltern ausgestattet sein, die von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden müssen.

Hygiene bei Luftwäschern

Bei Luftwäschern kommt der monatlichen Reinigung des Geräts eine große Bedeutung zu: neben dem Austausch und Auffüllen des Wassers müssen alle von Flüssigkeit bedeckten Teile gesäubert werden, um die Ansiedlung von Algen, Schimmelpilzen oder Bakterien zu verhindern. Gute Geräte haben herausnehmbare, spülmaschinenfeste Einsätze, was die Reinigungsaktion erheblich vereinfachen kann.

Um auch bei längerem Betrieb sicherzustellen, dass sich in der Zeit zwischen zwei Wartungsaktionen keine Keime im Wasser vermehren und womöglich in größerer Zahl aus dem Gerät in die Zimmerluft ausgestoßen werden, wird empfohlen, dem Wasser Desinfektionsmittel zuzusetzen. Achten Sie aber darauf, dass der Zusatz für den Einsatz in Luftwäschern geeignet ist. Insbesondere sollten keine giftigen Dämpfe ausgasen können, die sich dann in Ihrer Wohnung anreichern und Ihre Schleimhäute reizen; Chlorreiniger beispielsweise kämen daher nicht in Frage.

Produktvorstellung

Um Ihnen eine Vorstellung zu vermitteln, was Luftwäscher für den Privatgebrauch leisten können, und um Ihnen Anregungen zu geben, welche Modelle sich für Ihre Wohnung eignen könnten, stellen wir im Folgenden einige Luftwäscher vor.

Venta Luftwäscher LW25

Vor 35 Jahren hat Venta die Technik der Luftwäscher entwickelt, wie sie heute weltweit eingesetzt wird. Das Modell LW25* ist ein Klassiker mit allen Eigenschaften, die von einem Luftwäscher erwartet werden: das Gerät kommt ohne jegliche zusätzliche Filter aus und befeuchtet die Luft per Kaltverdunstung von Wasser. Zudem sind die Einzelteile sind spülmaschinenfest, sodass dieser Luftwäscher tatsächlich sehr pflegeleicht ist. Die Befeuchtungsleistung wird als angemessen für 40 m² Raumfläche angegeben, was für große Zimmer oder sogar kleine Wohnungen ausreicht. Allerdings fällt die Reinigungsleistung nur halb so groß aus: lediglich 20 m² Zimmerfläche können effektiv von Pollen und Staub befreit werden.

Angebot
Venta Luftwäscher LW25 Luftbefeuchter + Luftreiniger für Räume bis 40m², weiß
  • Das Original - Erfinder des Luftwäschers - Premiumqualität Made in Germany
  • Ideal für Allergiker; er wäscht problemlos Hausstaub, Pollen und Tierhaare aus der Raumluft; er ist für alle Jahreszeiten geeignet
  • Die Venta Luftwäscher arbeiten ohne Filtermatten, Wasser ist der Filter; 2in1 Kombigerät zur Luftbefeuchtung und Luftreinigung

Mehr hierzu: Luftwäscher im Test

Klarstein PurePal Luftwäscher

Auch der PurePal Luftwäscher von Klarstein* ist nur zur Luftreinigung von maximal 25 m² Wohnungsfläche ausgelegt, was im Vergleich zu anderen Luftreinigern eher wenig ist. Dieses Modell ist mit einem Aktivkohlefilter als zusätzlicher Reinigungsstufe ausgestattet, welche effektiv gegen feineren Hausstaub, Tabakrauch und unangenehme Gerüche wirkt und damit die sonst üblichen Schwächen eines Luftwäschers ausgleicht. Die Teile des Luftwäschers sind spülmaschinenfest, allerdings sind für den Aktivkohlefilter auch Filterwechsel erforderlich.

Angebot
Klarstein PurePal • Luftwäscher • Luftreiniger • Luftbefeuchter • Lufterfrischer • Air-Purifier • Leistung 15 Watt • Aktivkohlefilter • 3 Liter Wassertank • geräuscharm • Trockenlaufschutz • Touch-Bedienfeld • weiss
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  • EFFEKTIV: Der Lufterfrischer lässt Essensgerüche, Zigarettenrauch, Hausstaub und vieles mehr effektiv und mühelos entfernen. Vor allem Allergikern,...
  • DESIGN: Optisch fügt sich der PurePal von Klarstein dank seines modernen und schlichten Designs in jede Wohn- und Bürolandschaft ein. Durch seinen...

Philips HU5930/10 Luftwäscher

Das Luftwäscher-Modell HU5930/10 von Philips* ist ebenfalls ein Kombigerät, welches den Luftwäscher um einen klassischen Partikelfilter erweitert: hier sorgt ein HEPA-Filter für die Entfernung von Schwebstoffen bis zu 0,1 µm Größe und ergänzt somit das Filterspektrum des Luftwäschers. Diese zusätzliche Entfernung von Feinstaub, Bakterien und Viren macht dieses Gerät besonders für Allergiker interessant. Nachteil ist natürlich, dass ein- bis zweimal im Jahr ein Austausch der HEPA-Filtermatten ansteht. Die Reinigungsleistung wird als 150 m³/h angegeben, was für einen Raum von etwa 25 m² Größe ausreichend ist. Die Befeuchtungsleistung fällt allerdings erneut deutlich stärker aus und ist für 70 m² Wohnfläche geeignet.

Angebot
Philips HU5930/10 Luftwäscher (Optimale Luftbefeuchtung mit Reinigungswirkung, bis zu 70m²) weiß
  • Hocheffiziente und hygienische Luftbefeuchtung selbst für große Räume und ganze Wohnungen (>70m2, 500ml/h)
  • NanoProtect HEPA-Filter für deutlich höhere Reinigungsleistung als herkömmliche Luftwäscher
  • Ideal für Allergiker durch Filtration von Partikeln bis zu 0,02 Mikrometern