Lüften im Sommer – So machen Sie es richtig

Richtig Lüften im Sommer

Steigen die Temperaturen in der warmen Jahreszeit, wird die Heizung abgeschaltet und das Fenster oft permanent in Kippstellung gelassen. Für das Raumklima ist das aber nicht optimal: die warme Außenluft enthält viel Feuchtigkeit, die im Haus für eine unangenehm hohe Luftfeuchte sorgt. Besonders in kühlen Räumen wie dem Schlafzimmer und dem Keller kann sich die Feuchtigkeit an Wänden und Fenstern niederschlagen und dort die Bildung von Schimmel begünstigen. Indem Sie Ihr Lüftungsverhalten an die Jahreszeit anpassen, können Sie zu hohe Luftfeuchte vermeiden und eine bessere Atmosphäre in der Wohnung schaffen.

Was unterscheidet die Außenluft im Sommer von der im Winter, und wie wirkt sich das auf das Lüften von Zimmern aus? Dieser Artikel gibt Ihnen Tipps, wie Sie auch im Sommer richtig lüften.

Warum auch im Sommer Lüften wichtig ist

Im Sommer liegen draußen die Temperaturen oft über der Raumtemperatur. Warme Luft enthält bei gleicher relativer Luftfeuchtigkeit aber mehr Wasser als kalte. Wenn Sie die Fenster öffnen, während es draußen wärmer ist als in Ihrer Wohnung, lassen Sie nicht nur Wärme ins Innere, sondern auch Feuchtigkeit. Sinken über Nacht dann die Temperaturen, kühlt sich auch die feuchte Luft in Ihren Zimmern ab; die Luftfeuchtigkeit steigt.

Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit wird gerade bei hohen Temperaturen als unangenehm empfunden, weil Schweiß schlechter verdunsten kann. Dadurch bleibt der Kühleffekt aus, mit dem sonst die Körpertemperatur reguliert würde. Als Folge können schneller Kreislaufbeschwerden auftreten.

Eine hohe Feuchtigkeit im Haus kann sich auch an Fenstern und Wänden niederschlagen und dadurch ideale Bedingung für die Entstehung von Schimmel schaffen. Dieser stellt eine ernstzunehmende Belastung für Ihre Gesundheit dar und kann auf Dauer auch dem Mauerwerk schaden.

Wie Sie im Sommer richtig lüften

Auch wenn es draußen warm ist, sollten Sie die Fenster nicht den ganzen Tag über gekippt lassen. Tagsüber ist die Frischluft am wärmsten und damit auch am feuchtesten. Besser ist es, gegen Abend oder Morgen zu lüften, wenn es draußen möglichst kühl ist. Für einen effektiven Luftaustausch müssen Sie die Fenster weit zum Stoßlüften öffnen. Dieses darf aber länger dauern als im Winter, etwa 20 bis 25 Minuten sind sinnvoll.

Je geringer der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen, desto langsamer erfolgt der Luftwechsel. Um nachzuhelfen, öffnen Sie mehrere Fenster in Ihrer Wohnung gleichzeitig und halten Sie auch die Innentüren geöffnet. Am besten funktioniert dieses Querlüften, wenn Sie Fenster an gegenüberliegenden Hausseiten haben und so für Durchzug sorgen können. Falls Sie diese Möglichkeit nicht haben oder die Luft dennoch steht, können Sie mit einem Ventilator nachhelfen und den Luftaustausch beschleunigen.

Wenn in der Nacht die Außentemperaturen unter Ihrer Raumtemperatur liegen, dürfen Sie ausnahmsweise auch nachts die Fenster gekippt lassen. Im Sommer ist Ihre Heizung wahrscheinlich ohnehin abgeschaltet, sodass dies keine Energieverschwendung bedeutet. Tagsüber wäre es für Ihr Raumklima hingegen das Beste, wenn Sie die Fenster geschlossen hielten, um die feucht-warme Luft draußen zu lassen. Damit die Innentemperaturen nicht zu sehr ansteigen, hilft es, die Fenster von außen zu schattieren. Auch eine gute Wärmeisolierung des Hauses ist dann erforderlich.

Wie Sie den Keller im Sommer richtig lüften

Aufgrund der kühlen Temperaturen ist Ihr Keller am stärksten von zu hoher Luftfeuchtigkeit betroffen: beim Abkühlen der warmen Außenluft im Untergeschoss steigt die Luftfeuchte schnell an. Hier ist es besonders wichtig, nur zu lüften, wenn die Frischluft trockener ist als die Kellerluft. Halten Sie im Keller die Fenster tagsüber geschlossen und lüften Sie bevorzugt früh morgens! Je kühler es draußen ist, desto weniger Feuchtigkeit lassen Sie beim Lüften ins Haus.

Wie Technik Sie beim Lüften unterstützt

Wenn Sie beim Lüften keinen Fehler machen wollen, besorgen Sie sich am besten ein Hygrometer. Mit diesem Gerät können Sie lokal die Luftfeuchte schnell und einfach messen. Versuchen Sie, durch Lüften die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen zwischen 40% und 60% zu halten. Im Keller sind etwas höhere Feuchtigkeitswerte normal, doch sollten sie 65% über längere Zeit nicht überschreiten.

Wenn Sie sich fragen, ob sie im Sommer gerade lüften dürfen, müssen Sie die absolute Luftfeuchtigkeit im Keller und draußen vergleichen. Liegt die absolute Luftfeuchte drinnen unter der Feuchte der Außenluft, dürfen Sie die Fenster öffnen, um trockene Luft ins Hausinnere zu lassen.

Manche Hygrometer zeigen Ihnen nur die relative Luftfeuchte (z. B. 50%) an. Um die absolute Luftfeuchtigkeit (z. B. 12 g/m³) zu ermitteln, müssen Sie die relative Feuchte über die Temperatur in einen absoluten Wert umrechnen. Dafür können Sie auch kostenlose Online-Tools nutzen.