Lüften im Schlafzimmer – gewusst wie

Richtig Lüften im Schlafzimmer

Für eine erholsame Nachtruhe muss die Luftqualität stimmen. Das einfachste Mittel zur Verbesserung der Luft ist es, die Fenster zu öffnen und die Raumluft durch Frischluft von draußen zu ersetzen. Ein guter Ansatz ist, sowohl vor dem Schlafengehen als auch nach dem Aufstehen einmal stoßzulüften. Je nach Wetter gibt es aber Hinweise zu beachten.

Was für ein Raumklima ist zum Schlafen am besten, und wie kann ich es durch Lüften erreichen? Dieser Artikel gibt Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Nacht in optimaler Luft verbringen können.

Weshalb Schlafzimmer oft zu feucht sind

In vielen Schlafzimmern ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch. Darunter leidet der Schlaf und es begünstigt die Bildung von Schimmel an den Wänden. Eine Hauptursache für die Feuchtigkeit ist der Mensch selbst: während der Nacht gibt jede Person etwa einen halben Liter Wasser über Atem und Schweiß an die Zimmerluft ab.

Eine zweite Hauptursache für feuchte Luft im Schlafzimmer ist dessen niedrige Temperatur. Kalte Luft kann weniger Wasser halten als warme, sodass bei gleichem absoluten Wassergehalt in kühlen Räumen eine höhere Luftfeuchtigkeit vorliegt als in wärmeren.

Richtig lüften, aber wie?

Die einfachste Maßnahme, um feuchte Luft loszuwerden, ist ein kräftiges Stoßlüften. Bei weit geöffneten Fenstern dauert es nicht lange, um die verbrauchte Luft im Raum auszutauschen gegen frische, trockenere Luft von draußen. Im Winter sollten fünf bis zehn Minuten ausreichen, im Sommer darf es auch mal etwas länger sein. Um Heizkosten zu sparen, sollten Sie vor dem Öffnen der Fenster die Heizung herunterdrehen und sie erst hinterher wieder anschalten.

Sie können die Dauer für einen Luftwechsel verkürzen, indem Sie mehrere Fenster an gegenüberliegenden Seiten des Gebäudes gleichzeitig öffnen und außerdem die Innentüren dazwischen offen lassen. Je schneller gelüftet wird, desto weniger Zeit hat der Raum, auszukühlen.

Im Schlafzimmer richtig lüften, je nach Jahreszeit

Da durch Ihren Atems nachts die Feuchtigkeit eher zunimmt, sollten Sie bereits vor dem Zubettgehen lüften, um die Luftfeuchte auf etwas über 40% abzusenken. Damit Sie auch die feuchte verbrauchte Luft austauschen, öffnen Sie die Fenster morgens erneut.

Im Sommer sind frühmorgens und spätabends die günstigsten Zeitpunkte zum Lüften: hier ist die Außenluft am kühlsten, sodass sie am wenigsten Feuchtigkeit in die Wohnung trägt. Im Winter hingegen kann es vorkommen, dass Sie eher mit zu trockener Luft zu kämpfen haben. Da die Frischluft sehr viel kälter ist als die Zimmertemperatur, sinkt beim Aufheizen die Luftfeuchtigkeit oft auf unter 40% ab. In solchen Fällen hilft es manchmal bereits, die Zimmertemperatur niedrig einzustellen, um ohne starkes Aufheizen auszukommen. Versuchen Sie auch, im Winter eher in der Mitte des Tages zu lüften, wenn es draußen am wärmsten ist.

Wann Kipplüftung erlaubt sein kann

Wachen Sie trotz ausgiebigen Lüftens vor dem Schlafengehen morgens bei beschlagenen Fensterscheiben auf? Dann ist die Luftfeuchtigkeit über Nacht wohl zu sehr angestiegen. Falls die Temperaturen es zulassen, dürfen Sie dann ruhig auch nachts das Fenster geöffnet lassen, um entstehende Feuchtigkeit nach draußen zu lassen. Über einen Zeitraum von mehreren Stunden lässt sich das auch mit einem gekippten Fenster erreichen. Voraussetzung ist aber, dass Sie ohne Heizung auskommen. Ansonsten würden die Heizkosten Ihnen wohl den Schlaf rauben.

Wie lässt sich ohne Fenster richtig lüften?

In manchen Gebäuden kann es vorkommen, dass einzelne Zimmer in der Gebäudemitte liegen und daher kein Fenster nach draußen haben. Sollte es sich dabei um Ihr Schlafzimmer handeln, müssen Sie natürlich trotzdem darauf achten, dass die Luftqualität stimmt.

Um einen Raum ohne Fenster zu lüften, gehen Sie den Umweg über das Nebenzimmer: öffnen Sie zum Lüften die Tür zwischen beiden Räumen sowie die Fenster im angrenzenden Raum. Ein zusätzlicher Ventilator kann die Luftzirkulation noch unterstützen.

Wenn Ihr fensterloses Schlafzimmer besonders klein ausfällt, kann es trotzdem schnell unangenehm feucht werden. Lassen Sie in solchen Fällen die Türen zum Nebenzimmer geöffnet, damit sich die feuchte Luft nicht bloß im Schlafzimmer konzentriert. Eine etwas höhere Zimmertemperatur kann zusätzlich für eine niedrigere Luftfeuchte sorgen.

Pflanzen im Schlafzimmer

Zimmerpflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit, auch nachts. In fensterlosen Räumen können Sie schnell für zu feuchte Luft und einen muffigen Geruch sorgen. Lassen Sie die Pflanzen lieber in einem Nebenzimmer stehen, wo mehr Licht hinfällt und besser gelüftet werden kann.

Übrigens: es ist ein Irrglaube, dass Pflanzen in fensterlosen Räumen nachts für mehr Sauerstoff sorgen. Die Sauerstoffproduktion erfolgt durch Photosynthese, die Licht benötigt. Nachts verbrauchen Pflanzen durch normale Stoffwechselprozesse hingegen mehr Sauerstoff als sie produzieren.