Kondenswasser am Fenster – so vermeiden Sie beschlagene Glasscheiben

Kondenswasser am Fenster

Schlägt sich Wasser auf der Innenseite der Fenster nieder, sieht das nicht bloß unschön aus, es ist auch ein Zeichen von falschem Lüften und Heizen. Das Kondenswasser alleine ist ungefährlich. Tritt es aber wiederholt auf, ist es aber nicht mehr weit bis zur Bildung von Schimmel. Der ist nicht nur aufwendiger zu beseitigen, sondern kann auch schwere gesundheitliche Schäden verursachen.  

Warum kondensiert Wasser ausgerechnet am Fenster, und wie lässt sich das vermeiden? In diesem Artikel wird erklärt, was zu den beschlagenen Fenstern führt und wie sie sich vermeiden lassen.

Warum beschlagen Fenster von innen?

Das Problem nasser Fensterrahmen und Tröpfchen auf der Scheibe ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Feuchte und Temperatur der Luft mit der Temperatur der Scheibe. Ursache ist, dass warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann als kalte Luft. Während mit Wasser gesättigte Luft bei 20° C etwa 17 g/m³ Wasser mit sich führt, ist es bei einer Temperatur von 10° C nur noch die Hälfte. Kühlt man also warme, gesättigte Luft ab, muss das überschüssige Wasser kondensieren.

In Ihrer Wohnung findet das Abkühlen an den kühlsten Flächen statt, die im Zimmer vorliegen. Im Winter sind das typischerweise die Fenster. Je stärker die Luft an den Fensteroberflächen abkühlt, desto mehr Wasser kondensiert. Es ist quasi das Schwitzen des Raums, was sich am Fenster abspielt, und das Schwitzwasser schlägt sich von innen an den Fenstern nieder.

Die Luftfeuchte in der Wohnung nimmt nicht nur durch besondere Aktivitäten wie Duschen oder Kochen zu. Jeder Bewohner und selbst jede Zimmerpflanze erhöht durch den Stoffwechsel und die Atmung die Feuchtigkeit in der Raumluft. Als Folge findet man daher oft morgens Kondenswasser an den Scheiben, nachdem lange Zeit nicht gelüftet wurde und die Außentemperaturen niedrig sind.

Das Wasser am Fenster sollten Sie in jedem Fall mit einem trockenen Tuch aufwischen, um frühzeitig Schimmelbildung vorzubeugen.

Vermeidung von Kondenswasser

Aus dem Entstehungsprinzip des Kondenswassers an den Fenstern lassen sich verschiedene Maßnahmen ableiten, um dem entgegenzuwirken: erste und wichtigste Maßnahme ist, die Feuchtigkeit der Raumluft zu verringern. Dies geschieht durch regelmäßiges Lüften der Wohnung: die warme, feuchte Luft aus der Wohnung wird dabei durch kühlere, trockenere Luft von draußen ausgewechselt.

Besonders vorm Schlafengehen sollten Sie noch einmal lüften, um trockenere Luft hereinzulassen. Im Schlaf wird durch die Atemluft viel Feuchtigkeit an die Luft abgegeben; und weil nachts die Raumtemperatur oft abgesenkt wird, nimmt Kondensation an den Fenstern zu.

Eine schnelle, aber kostspielige Maßnahme wäre zuletzt noch die Erhöhung der Zimmertemperatur. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, dauert es länger, bis Wasser an den Fenstern kondensiert. Eine Temperatur von 20° C ist ein guter Richtwert; eine wärmere Wohnung wird auf Dauer schnell teuer.

Beschlagene Fenster trotz Lüften?

Falls Sie aber häufiger Wasser auf der Fensterinnenseite finden, obwohl Sie häufig lüften, kann das an unzureichender Luftzirkulation liegen. Insbesondere Kipplüften ist sehr ineffizient und reicht für einen effektiven Luftwechsel nicht aus. Stattdessen sollten Sie immer stoßlüften: die Fenster und Türen weit öffnen, damit die Luft ungehindert und schnell ausgetauscht werden kann. Eine Dauer von 5-10 Minuten ist dann bereits ausreichend.

Wichtig für die Vermeidung von beschlagenen Fenstern ist aber auch die Zirkulation auf der Fensterinnenseite bei geschlossenen Fenstern: ist sie gestört, beispielsweise durch Gardinen, kühlt die Luft in Fensternähe viel schneller und stärker ab als bei geöffneten Vorhängen. Die Folge ist eine stärkere Kondensation an der Scheibe.

Fenster-Dämmung: nicht immer ist mehr auch besser

Je nach Zustand und Modell der Fenster kann Kondenswasser auch bauliche Ursachen haben. In vielen Altbauten sind die Fenster nur schlecht gedämmt und gute Wärmebrücken. Die Fensterflächen kühlen damit schnell ab, sodass Kondensation auf der Innenseite begünstigt wird.

Werden die Fenster aber ausgetauscht gegen moderne Modelle mit besserer Dämmung, kann dies ein neues Problem mit sich bringen: während alte Fensterrahmen oft zugig sind und somit einen schwachen, aber andauernden Luftaustausch nach draußen ermöglichen, sind gut gedämmte Fenster oft luftdicht abgeschlossen. Der ständige, unkontrollierte Luftaustausch unterbleibt nun, sodass die Luftfeuchte in der Wohnung schneller ansteigt als zuvor.

Die gute Dämmung und niedrigeren Heizkosten durch moderne Fenster muss man sich also oft mit konsequenterem Stoßlüften erkaufen. Inzwischen gibt es aber auch einige Modelle, in die geeignete Belüftungsanlagen bereits integriert sind.