Klimageräte ohne Abluftschlauch – praktisch für die Wohnung

Klimaanlage ohne Schlauch

Klimaanlage ohne Abluftschlauch – Funktioniert das überhaupt? Die meisten Klimaanlagen sind auf Schläuche angewiesen: bei Split-Geräten muss Kältemittel zwischen Innen- und Außeneinheit zirkulieren, und bei mobilen Monoblock-Klimageräten wird die Abluft durch ein Fenster nach draußen geleitet.

Durch den Einsatz von Schläuchen kann aber keine echte Mobilität gewährleistet werden. Das Betreiben von Monoblock-Klimaanlagen ohne Abluftschlauch reduziert die Effizienz bis auf Null, und sollte vermieden werden. Doch es gibt Luftkühler, die ohne Abluft arbeiten und lediglich durch die Verdunstung von Wasser und Eis kühlen.

Beachten Sie aber, dass eine derartige Klimaanlage ohne Abluftschlauch, also Klimageräte ohne Außeneinheit immer auch als Luftbefeuchter arbeiten und regelmäßig Wasser nachgefüllt werden muss.

Klimaanlage mit oder ohne Abluftschlauch: Wofür ist der Schlauch gut?

Die meisten Klimaanlagen arbeiten mit einem Kältemittel, das in einem Kompressor verflüssigt wird und welches dann in Kühlrippen läuft, wo es sich wieder ausdehnen kann.

Dabei verdunstet es und nimmt Wärme aus der Umgebung auf; die Raumluft wird abgekühlt. Das nun gasförmige Kältemittel strömt dann wieder zurück zum Kompressor, und der Kreislauf beginnt von vorne.

Leider wird beim Komprimieren des Kältemittels auch Wärme frei. Je niedriger der Wirkungsgrad des Kompressors, desto größer die Energiemenge, die an die Umgebung abgegeben wird.

Weil aber die warme Abluft des Kompressors dem Vorhaben im Weg steht, den Raum zu kühlen, verwenden die meisten Klimageräte Abluftschläuche, mit denen die vom Kompressor erwärmte Luft durch ein Fenster nach draußen geführt wird.

Höhere Effizienz dank Abluftschlauch

Durch die Nutzung eines Abluftschlauchs kann also die Abwärme des Kompressors räumlich von der gekühlten Luft getrennt werden. Erst dadurch wird es überhaupt möglich, dass die Kühlrippen effektiv die Lufttemperatur absenken.

Es gibt zwar auch mobile Klimageräte, bei denen der Abluftschlauch abgenommen werden kann, und sie trotzdem arbeiten, doch fällt deren Effizienz drastisch ab.

Aus rein physikalischer Sicht wird durch die Gesetze der Thermodynamik bestimmt, dass ein Monoblock-Klimagerät, welches ohne Abluftschlauch betrieben wird, im besten Fall die Lufttemperatur konstant hält.

Die Abwärme des Kompressors ist zahlenmäßig immer mindestens genauso groß wie die Kühlleistung der Kühlrippen und gleicht den Kühleffekt immer aus. Aufgrund von zusätzlichen Verlusten beim Umwandeln von elektrischer Energie würde in den meisten Fällen sogar ein Aufheizen des Raums zu beobachten sein.

Dies ist im Endeffekt der gleiche Grund, weshalb Sie Ihre Wohnung auch nicht durch Öffnen der Kühlschranktür kühlen können.

Für eine noch höhere Effizienz der Klimaanlagen ist es nicht nur wichtig, die warme Abluft von den Kühlrippen zu trennen, sondern den kompletten Kompressor nach draußen zu verlagern. Deshalb kann mit Split-Klimageräten auf Dauer viel Strom gespart werden. 

Wie funktioniert eine mobile Klimaanlage ohne Abluftschlauch?

Obwohl Klimaanlagen bei Nutzung eines Kompressors und eines Kältemittelkreislaufs ohne Abluftschlauch kein Absenken der Zimmertemperatur erreichen können, werden trotzdem Klimageräte ohne Schlauch angeboten.

Entweder nutzt eine Klimaanlage ohne Abluftschlauch Wasser und Eis, um Ihre Wohnung zu kühlen, oder sie schafft lediglich den gleichen subjektiven Kühleffekt, den auch der Luftstrom von Ventilatoren hervorruft.

Der Vorteil von Klimaanlagen ohne Außeneinheit liegt in der erhöhten Flexibilität, die einen mobileren Einsatz der Geräte ermöglicht. Beispielsweise können Sie derartige Monoblock-Modelle je nach Bedarf von einem Raum in den anderen schieben, ohne dass Sie Schläuche verlegen müssten.

Luftkühler arbeiten mit Wasser und Eis

Bei Luftkühlern handelt es sich um Klimageräte ohne Außengerät, die mit Wasser befüllt werden. Die warme Luft strömt an der Wasseroberfläche vorbei, wodurch ein Teil der Flüssigkeit verdampft.

Durch diese Verdunstung von Wasser wird der Umgebung Wärme entzogen, und die vorbeiströmende Luft wird abgekühlt. Dieser Effekt kann verstärkt werden, indem Luftkühler mit Eiswürfeln befüllt werden. Luftkühler besitzen keinen Kompressor, sodass sie ohne Abluft die Wohnung kühlen.

Ein großer Nachteil von Luftkühlern auf Wasserbasis ist, dass sie nicht nur die Lufttemperatur absenken, sondern gleichzeitig die Luftfeuchte im Zimmer erhöhen. Zum einen geht beim Verdunstungsprozess direkt ein Teil des Wassers in die Luft über, zum anderen wird durch die niedrigere Temperatur auch die relative Luftfeuchtigkeit erhöht.

Insgesamt kann die höhere Luftfeuchte zur Kondensation von Wasser an kalten Flächen führen, beispielsweise in Zimmerecken oder an Fensterscheiben. Diese Feuchtigkeit begünstigt das Wachstum von Schimmel und sollte vermieden werden.

Ein zweiter Nachteil liegt in dem Wasserverbrauch: eine Luftkühlung kann nur stattfinden, wenn sich Wasser oder Eis im Tank befinden. Sie müssen also je nach Gerät ein bis zweimal pro Tag Wasser oder Eis nachfüllen. Typischerweise reicht ein voll aufgefüllter Wasserbehälter für etwa 8 Stunden Dauerbetrieb auf höchster Stufe.

Kühleffekt durch Wind

Vereinzelt werden auch mobile Klimageräte ohne Außeneinheit beworben, die angeblich auch ohne Abluftschlauch zum Kühlen eingesetzt werden können.

Zwar ist ein Absenken der Raumtemperatur aus thermodynamischer Sicht nicht möglich, doch können Sie subjektiv womöglich einen Kühleffekt feststellen. Dieser wird durch den Luftstrom verursacht, den das Klimagerät erzeugt.

Die ausströmende Luft pustet auch eine Luftschicht direkt über der Hautoberfläche weg. Diese Luftschicht ist üblicherweise etwas feuchter, weil durch die Verdunstung von Schweiß Wasser an die Luft abgegeben wird.

Wird nun diese feuchte Luft durch den Ventilator weggeblasen und durch trockenere Luft ersetzt, nimmt die Verdunstung von Schweiß geringfügig zu, und der damit verbundene Kühleffekt wird verstärkt.

Als Folge nehmen Sie den Luftstrom als kühlend wahr, obwohl seine Lufttemperatur sich von dem restlichen Raum nicht unterscheidet.

Klimaanlage ohne Abluftschlauch kaufen – Produktvorstellungen für ihre Wohnung

Im Folgenden stellen wir einige Klimageräte vor, die auch ohne Abluftschlauch genutzt werden können, um Ihnen die Auswahl vor einer Kaufentscheidung zu erleichtern.

OneConcept CTR-1 Heat Klimagerät

Das 4-in-1 Klimagerät CTR-1 Heat von OneConcept* ist ein Luftkühler, der Heizung, Kühlung, Ventilator und Luftreiniger in einem Gerät vereint. Zur Kühlung muss ein 8 l fassender Tank mit Wasser oder Eiswürfeln befüllt werden, bevor durch Verdunstung von etwa 1 Liter pro Stunde ein Absenken der Lufttemperatur ermöglicht wird.

Der Ventilator mit drei Geschwindigkeitsstufen verbraucht etwa 65 W und ist mit einem HEPA-Filter kombiniert, der Feinstaub, Pollen und Bakterien aus der Luft entfernt.

Die Heizleistung beträgt je nach Betriebsmodus 1,3 oder 2 kW. Das Gerät steht auf Rollfüßen und kann innerhalb Ihrer Wohnung problemlos verschoben werden, da es ohne Schlauch auskommt.

TROTEC PAE 25 Aircooler

Auch der PAE 25 Aircooler von TROTEC* ist ein 4-in-1 Klimagerät, allerdings bestehend aus Ventilator, Luftkühler, Heizlüfter und Luftbefeuchter – eine extra Reinigungsfunktion gibt es nicht.

Das Kühlen der Raumluft erfolgt ebenfalls durch Verdunstung von Wasser und Eis; der Tank ist 6 Liter groß, und die Verdunstungsleistung liegt bei 0,9 Litern pro Stunde. Die Kombination von Heizung und Luftbefeuchter ist geschickt ausgedacht: weil beim Erwärmen der Zimmerluft die relative Luftfeuchte absinkt, wird Heizungsluft oft als trocken empfunden.

Der gleichzeitige Betrieb eines Luftbefeuchters kann dem entgegenwirken. Der Ventilator kann mit vier Gebläsestufen betrieben werden und erreicht bei einem Stromverbrauch von 65 Watt eine maximale Luftumwälzung von 320 m³/h.

Klarstein Skyscraper Ice – 4-in-1-Gerät

Bei dem Klarstein Skyscraper Ice* handelt es sich ebenfalls um ein 4-in-1-Gerät: Ventilator, Luftkühler, Luftreiniger und Luftbefeuchter.

Der Skyscraper von Klarstein verfügt über einen 6 Liter großen Tank. Durch das Verdunsten des Wassers durch einen Wabenfilter, wird der hindurchströmenden Luft natürlich und energie-effizient Wärme entzogen.

Dieses Model hat einen Luftsurchsatz von 210 m³/h und bietet drei Geschwindigkeitsstufen, kombinierbar mit der Luftkühler-Funktion.

Praktisches Extra ist die zuschaltbare 180°- Oszillation zur optimalen Belüftung. Wenn mehrere Personen erfrischt werden sollen, können die vertikale und horizontale Oszillation aktiviert werden, um den Luftstrom durch den Raum wandern zu lassen.

Das 4-in-1-Gerät lässt sich bequem mit einer Fernbedienung steuern. Durch die fest installierten Bodenrollen ist es einfachen umzupositionieren und mit 55 dB ist es im Betrieb angenehm leise.

Syntrox Germany 4 in 1 Luftkühler LK-65W

Ein weiteres Kombi-Klimagerät ist der 4-in-1 Luftkühler LK-65W von Syntrox Germany*. Zwar liegt bei einem Stromverbrauch von 65 W die Luftumwälzung mit bis zu 1200 m³ pro Stunde sehr hoch, doch fällt die Verdunstungsrate mit nur 0,5 l/h deutlich kleiner aus als bei den anderen Geräten, sodass mit geringerer Kühlleistung zu rechnen ist.

Der Wassertank fasst 4 Liter, und einfache Luft- und Wasserfilter sorgen für leichte Reinigungseffekte; hierzu fehlen allerdings genauere Angaben – vermutlich kann nicht die gleiche Filterleistung erzielt werden wie mit dem HEPA-Partikelfilter des Modells von OneConcept. Weil das Gerät auf Rollen steht und ohne Schlauch betrieben wird, ist es mobil einsetzbar.

Lesetipp:

Falls Sie noch viele offene Fragen zur Klimaanlage ohne Abluftschlauch oder zu Klimaanlagen allgemein haben, dann hilft dieser große Ratgeber.

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