Was ist Smog? Entstehung und Auswirkungen

Was ist Smog?

Smog ist ein Phänomen extremer Luftverschmutzung. Er entsteht, wenn Luftschadstoffe eine sehr hohe Konzentration erreichen und gleichzeitig die Wetterlage das Verwehen dieser Substanzen verhindert. Insbesondere Großstädte sind betroffen. In Deutschland konnten seit Anfang der 90er Jahre, Smog-Katastrophen durch strenge Maßnahmen gegen Luftverschmutzung weitestgehend verhindert werden. In anderen Ländern stellen sie aber noch heute ein großes Problem dar.

Peking, Dezember 2016: Ein dicker grauer Schleier hängt seit Tagen über der Stadt. Er erinnert an eine Mischung aus Rauch und Nebel und raubt den Menschen den Atem. Der Himmel ist nicht sichtbar und auch die Hand sieht man kaum vor Augen… Ein ähnliches Szenario ereignete sich im November 2017 in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi der indische Ärztebund hat hier den Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Diese Metropolen leiden unter Smog. Ein Begriff, der aus einer Zusammensetzung der beiden englischen Wörter smoke (Rauch) und fog (Nebel) entstand. Eine Bezeichnung, die treffender wohl nicht sein könnte. Peking und Neu-Delhi sind nicht die einzigen Städte, in denen Smogalarm ausgerufen wird. Die globale Luftverschmutzung trägt dazu bei, dass Städte auf der ganzen Welt zeitweise drohen darin zu ersticken.

Was versteht man unter Smog?

Durch Emissionen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft gelangen täglich Schadstoffe in die Atemluft. Darunter feste Partikel, wie Feinstaub und Ruß, oder Gase wie Ammoniak, Stickoxide und Treibhausgase. Die Substanzen vermischen sich und reagieren in komplexen chemischen Reaktionen miteinander. Auf diese Weise entstehen weitere sekundäre Luftschadstoffe. Diese Luftverschmutzung – ein tückisches Gemisch toxischer Substanzen – finden wir mittlerweile überall auf der Welt in unterschiedlichem Ausmaß.

Luftschadstoffe sind im einzelnen so winzig, dass sie mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Unter bestimmten Umständen kann die Konzentration in einer Region jedoch so hoch steigen, dass die Sicht stark eingeschränkt wird und das Gesundheitsrisiko steigt. Die Luftverschmutzung wird als Smog erkennbar. 

 

Wie entsteht Smog? 

Smog tritt vor allem in Großstädten auf, die durch Verkehr und Industrie eine besonders hohe Luftverschmutzung zu verzeichnen haben. Er entsteht durch hohe Luftschadstoff-Konzentrationen in Kombination mit ungünstigen, windschwachen Wetterlagen. Die Schadstoffe diffundieren nicht ab und reichern sich in Form eines dichten rauchigen Nebels in der Umgebung an. Dieser Zustand kann einige Stunden bis hin zu mehreren Wochen andauern. Auch eine ungünstige Topographie, beispielsweise eine Kessellage, kann die Entstehung von Smog fördern. Es wird zwischen Winter- und Sommersmog unterschieden

 

Wintersmog 

In kalten Monaten besteht in Ballungsgebieten die Gefahr von Wintersmog. Die Hauptverursacher sind Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid und Staub, die durch Kohlekraftwerke, Autos und/oder Holzöfen in die Luft gepumpt werden. Schwefeldioxid reagiert in der Luft mit Wasser weiter zu Schwefelsäure und schwefeliger Säure – eine toxische Mischung.

Wintersmog hat in der Vergangenheit in Europa viele Todesopfer gefordert. In London starben im Dezember 1952 rund 12.000 Menschen an den Folgen des katastrophalen „Great Smog„. 10 Jahre später gab es im Ruhrgebiet einen Wintersmog, der 150 Menschen das Leben kostete[1]. Während sich die Luftqualität in Deutschland mittlerweile stark verbessert hat, spielt Wintersmog In Ländern wie China oder Indien, aber auch Polen und Frankreich, noch immer eine ernstzunehmende Rolle.

 

Sommersmog 

Unter Sonneneinstrahlung entstehen aus primären Luftschadstoffen, wie z.B. Stickstoffoxide oder Kohlenmonoxid Photooxidantien. Dazu zählt insbesondere Ozon, welches in Bodennähe ein schädliches Reizgas darstellt. Mitte der 90er Jahre wurden auf Grund von Sommersmog in Deutschland ortsweise starke Maßnahmen getroffen[2] – darunter Tempolimits auf Autobahnen oder autofreie Sonntage.

Solch hohe Ozonwerte kommen heutzutage in Deutschland eher nicht mehr vor[3], wohl aber in Städten wie Los Angeles oder Mexiko Stadt. Nichtsdestotrotz können während Hitzeperioden in Deutschland noch immer ungesunde Konzentrationen erreicht werden. Aktuelle Werte für Ihren Wohnort können  Sie beim Rheinischen Institut für Umweltforschung oder Umweltbundesamt online einsehen.

 

Auswirkungen von Smog 

Smog entsteht durch eine Kombination verschiedener Luftschadstoffe. Dementsprechend vielfältig sind die negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. Diese entsprechen jenen von Luftverschmutzung im Allgemeinen. Allerdings kommt beim Smog die besonders hohe Schadstoffkonzentration hinzu – die starke Dosis macht diese Form von Luftverschmutzung noch schädlicher. Bei Sommersmog führt die hohe Ozonbelastung zusätzlich zu Reizungen der Schleimhäute, Augen und Atemwege.

Zu den gesundheitlichen Folgen von Smog zählen unter anderem [4,5]:

  • Kopfschmerzen
  • Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Atemwegserkrankungen, z.B. Asthma
  • Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Krebs
  • Erstickungsgefahr

 

Maßnahmen – Was tun gegen Smog? 

In Deutschland hat sich seit der Wiedervereinigung die Luftqualität deutlich verbessert. Der letzte Smogalarm wurde im Januar 1989 im Raum Leipzig (damals DDR) ausgerufen. Das liegt vor allem an der Einführung verbesserter Filter- und Katalysatoren Technik, sowie dem Wegfall der DDR-Industrie. Smog-Verordnungen wurden darauf hin abgeschafft. In anderen Ländern – auch innerhalb von Europa – ist Smog jedoch nach wie vor ein ernstes Problem.

Darüber hinaus bedeutet „kein Smog“ nicht automatisch „keine Belastung durch Luftverschmutzung“. So liegt auch in deutschen Städten beispielsweise die Feinstaubbelastung zeitweise über den EU-Grenzwerten[5].

Smog und Luftverschmutzung im Allgemeinen können letztendlich nur durch starke Maßnahmen bekämpft werden, welche auf eine Reduktion von Emissionen und/oder Ozonbildung abzielen.

Dazu zählen unter anderem:

  • Filter- und Katalysatoren Technik
  • Verringerung der Emission von Ozon-Vorläufersubstanzen
  • Regulierungen für Industrieanlagen
  • Einschränkung der Kohlekraft und Ausbau erneuerbarer Energien
  • Einschränkung des Verkehrs, z.B. durch Umweltzonen in Innenstädten, Tempolimit, Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Fahrverbot im Akutfall
  • Aufklärung der Bevölkerung

 

Während in einigen Ländern solche Maßnahmen bereits eingeführt wurden oder werden, scheitert es in anderen an der Regierung und Umsetzung.

Zudem können Sie bei Smog oder erhöhten Ozonwerten persönliche Maßnahmen zu Ihrer eigenen Sicherheit treffen. Vermeiden Sie es wenn möglich draußen zu sein und verzichten Sie unbedingt auf Sport im Freien. Für gesunde Luft in Räumen kann zudem ein Luftreiniger sorgen.