Was hilft bei Heuschnupfen – Hausmittel und mehr?

Frau mit Hausmitteln bei Heuschnupfen

Die Nase ist verstopft, die Augen jucken und zu allem Überfluss schmerzt auch noch der Hals – jedes Jahr beginnt die Heuschnupfenzeit von Neuem. Und immer mehr Menschen leiden unter den typischen Allergiesymptomen. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Pollenallergiker stark zugenommen – vermehrt sind auch immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen. Doch was sind die Ursachen und gibt es Hausmittel wie Luftreiniger, die eine Pollenallergie erträglicher machen?

Heuschnupfen: Eine Allergie mit vielen Gesichtern

Durch die herumfliegenden Pollen der verschiedenen Blüten kommt es meist schon ab März zu allergietypischen Symptomen wie tränenden Augen, verstopfter oder laufender Nase, Reizungen von Haut und Hals sowie Atemnot. Allen voran die Birkenpollen, die bereits ab März in der Luft zu finden sind, machen den Allergikern das Leben schwer.

Sowohl die Birken als auch viele andere Bäume produzieren mit Beginn des Frühjahrs sehr viele Pollen, die anschließend durch den Wind verbreitet werden. Neben den bereits erwähnten Symptomen können aber auch:

  • Niesreiz
  • rote, juckende Augen
  • trockene Nasenschleimhaut
  • allgemeines Krankheitsgefühl mit Gliederschmerzen

auf einen Heuschnupfen hinweisen. Bei anhaltenden Symptomen gilt es deshalb einen Arzt aufzusuchen, um den Verdacht zu bestätigen. Leider kann sich Heuschnupfen mit zunehmender Zeit verschlimmern und so auch chronisches Asthma begünstigen.

Pollenallergien sind auf dem Vormarsch

Grundsätzlich nehmen mit jedem Jahr die Pollenallergien in Deutschland zu, sodass mittlerweile auch viele Kinder und Jugendliche unter Heuschnupfen leiden. Grund dafür ist unter anderem der länger andauernde Pollenflug. Ist der Winter besonders mild, beginnt beispielsweise die Haselnuss schon im Dezember zu blühen. Infolgedessen sind die Pollen der Haselnuss viel länger in der Luft zu finden und können dementsprechend auch weitflächig verbreitet werden. Aber auch eingewanderte Pflanzen wie Ambrosia verlängern die Pollensaison, während die Pollen dieser Pflanzen zudem sehr aggressiv sind.

Ein weiteres Problem in Bezug auf die Pollensaison stellt der Klimawandel dar. Durch die höheren Temperaturen produzieren die Pflanzen mehr Pollen, sodass sich deutlich mehr Allergene in der Luft finden lassen. Vor allem Dürreperioden sorgen dafür, dass die Pollenproduktion der Pflanzen zunimmt, um ein Aussterben zu vermeiden. Der Klimawandel führt allerdings auch dazu, dass die Pollen deutlich aggressiver werden. Die Pflanzen produzieren in diesem Zusammenhang spezielle Eiweiße, um sich vor den negativen Umwelteinflüssen zu schützen. Allergiker reagieren auf diese Eiweiße aber besonders empfindlich. Ferner reizen Abgase und Luftverschmutzung die Schleimhäute, sodass Allergien in der heutigen Zeit leichter entstehen können, da die körpereigene Barriere nur eingeschränkt funktioniert.

Die Ursachen von Heuschnupfen

Bei Heuschnupfen reagiert das Immunsystem der Betroffenen übermäßig auf eigentlich harmlose Substanzen – in diesem Fall die Pflanzenpollen. Die Pollen bzw. Allergene werden vom Organismus als »Eindringlinge« erkannt und müssen bekämpft werden. Infolgedessen kommt es zu den typischen Symptomen, da sich der Körper gegen die Pollen wehrt. Neben einer Vererbung des Heuschnupfens können aber auch Umwelteinflüsse wie Feinstaub, Abgase, Zigarettenrauch und Dämpfe die Entwicklung einer Pollenallergie begünstigen.

Die besten Hausmittel bei Heuschnupfen

Sofern die Heuschnupfenzeit erst einmal begonnen hat, sehnen sich Allergiker nach Lösungen, um die bestehenden Symptome zu lindern. Neben der regelmäßigen Verwendung von speziellen Allergie-Nasensprays lassen sich noch weitere Hausmittel finden, mit denen sich der Heuschnupfen gut behandeln lässt.

Das Immunsystem stärken

Die richtige Ernährung verhilft zu einem stärkeren Immunsystem, sodass der Organismus die Pollen besser abwehren kann. Deshalb ist es wichtig, vorwiegend viele Vitamine in Form von Zitrusfrüchten oder Holunderbeeren zu sich zu nehmen. Vor allem die Holunderbeere ist reich an verschiedenen Antioxidantien und Phytonährstoffen, sodass Entzündungsprozesse im Körper verringert werden. Aber auch Honig, Schwarzkümmelöl sowie Ingwer gelten als bewährte Hausmittel gegen Heuschnupfen.

Im Hinblick auf die Stärkung des Immunsystems darf auch die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr sowie ausreichend Bewegung nicht vernachlässigt werden. Auch diese beiden Faktoren in Kombination mit regelmäßiger Entspannung sorgen dafür, dass sich das Immunsystem besser gegen die Pollen verteidigen kann.

Ätherische Öle gegen Pollenallergie

Verschiedene Öle, wie Pfefferminze, Fenchel oder Eukalyptus gelten als bewährte Hausmittel im Kampf gegen die Symptome des Heuschnupfens. In Wasser gemischt können die Öle unter anderem zum Inhalieren verwendet werden. Alternativ können die Öle auch als Zusatz ins Badewasser gegeben werden.

Frau trägt Ätherische Öle auf
Bildquelle: Christin Hume @christinhumephoto / unsplash.com

Duschen und Dampfbäder für allergiegeschädigte Nasen

Vor allem die Nasenschleimhäute leiden während der Pollenallergie enorm. Dementsprechend sollte kochendes Wasser (500 ml) mit etwas Kochsalz (1 TL) vermischt werden. Die Mischung kann zum Inhalieren und nach dem Abkühlen als Nasenspülung verwendet werden. Das Salzwasser befeuchtet nicht nur die Schleimhäute, sondern lindert auch den Juckreiz.

Kompressen für die Augen

Als Geheimtipp gegen tränende, brennende und juckende Augen bei Heuschnupfen gilt das Kraut mit dem passenden Namen Augentrost. 2 TL des getrockneten Krauts werden mit kochendem Wasser übergossen. Nach 15 Minuten wird ein sauberes Tuch in den Sud getränkt, um dieses anschließend für 15 Minuten auf die Augen zu legen. Sollte Augentrost nicht zur Hand sein, genügt es auch einen kühlen Lappen auf die Augen zu legen, damit diese sich wieder beruhigen können.

Pollen aus der Wohnung verbannen

Neben einer Linderung der Symptome ist es für Allergiker wichtig, die Wohnung und vor allem das Schlafzimmer möglichst pollenfrei zu halten.  Vor allem in der Nacht könnten die Allergene ansonsten die Schleimhäute stark reizen. Neben dem Einsatz von Luftreinigern oder speziellen Zirbenlüftern können aber auch die folgenden Tipps sehr hilfreich sein:

  • Die Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen.
  • Das Fenster beim Schlafen geschlossen halten und möglichst nur dann lüften, sofern die Pollenkonzentration gering ist.
  • Haare am Abend waschen oder zumindest gründlich bürsten, damit alle Pollen entfernt werden.
  • Die Bettwäsche sollte während der Pollenzeit wöchentlich gewechselt werden.
  • Zum Staubsaugen idealerweise Geräte mit einem HEPA-Filter verwenden, sodass auch jegliche Schwebstoffe aus der Luft entfernt werden.
  • Die Wäsche nicht im Freien trocknen.
  • Jegliche Böden, Teppiche und Polstermöbel täglich gründlich absaugen.
  • Die Oberflächen der Möbel mit einem feuchten Tuch abwischen, damit Staub und Pollen nicht aufgewirbelt werden.
Hilfreiche Quellen und weiterführende Informationen

Bildquelle Titelbild:
@ cenczi / pixabay.com

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