Wohngesunde Dämmung: Worauf kommt es dabei an?

Gute Dämmung für gesundes Wohnen
Abbildung 1: Natürliche Baustoffe haben viele Vorteile und wirken sich positiv auf das Raumklima aus. Bildquelle: @ Charlotte May / pexels.com

Eine optimale Dämmung ist angesichts steigender Energiekosten inzwischen extrem wichtig. Aufmerksamkeit richtet sich dabei vor allem auf die Fassadendämmung. Aber: Auch im Innenbereich müssen geeignete Bau- und Dämmstoffe zum Einsatz kommen. Mit Klimaplatten lassen sich das Wohnklima und das Schimmelrisiko beeinflussen. Doch wie funktioniert das Ganze und was ist dabei zu beachten?

Klimaplatten: eine verträgliche Form der Dämmung

Wer ins Eigenheim zieht oder eine Eigentumswohnung ausbaut, legt Wert auf einen hohen Wohnkomfort und das Wohnklima. Schimmel oder zu trockene Luft machen Wohnräume unbehaglich. Klimaplatten aus Kalziumsilikat haben sich Bauplatten etabliert, wenn es um Innendämmung und Schimmelsanierung geht.

Den Kalziumsilikatplatten kommt an dieser Stelle zugute, dass sie aus natürlichen mineralischen Stoffen wie Kalk und Sand bestehen. Damit haben sie eine gute Ökobilanz. Welche Eigenschaften die Kalziumsilikat-Klimaplatten für Sanierung und Neubau darüber hinaus noch wertvoll machen:

  • diffusionsoffen: Kalziumsilikatplatten sind atmungsaktiv und wirken sich positiv auf das Raumklima aus.
  • feuchtigkeitsregulierend: Die besondere Struktur und das verwendete Material machen die Platten feuchtigkeitsregulierend. Bei hoher Raumfeuchte kann die Klimaplatte Feuchtigkeit aufnehmen.
  • Schadstoffabsorption: Aufgrund der Diffusionsoffenheit bindet die Klimaplatte in begrenztem Umfang auch an die Luftfeuchtigkeit gebundene Schadstoffe.
  • schimmelhemmend: Dass Kalziumsilikatplatten in der Schimmelsanierung eine Rolle spielen, hat mit den Eigenschaften der Platten zu tun. Schimmelpilze finden hier keine Lebensgrundlage. Kalziumsilikat reguliert z. B. den pH-Wert, was das Wachstum von Schimmelpilzen hemmt.
  • brandschützend: Kalziumsilikatplatten sind nicht brennbar. Erst ab ca. 1.200 Grad Celsius ist die Schmelztemperatur des Stoffs erreicht – daher werden sie häufig zum Brandschutz für z. B. für Kabelkanäle verwendet.

Was macht eine wohngesunde Dämmung noch aus?

In der Bauwirtschaft geht es um teilweise sehr gegensätzliche Ansprüche. Werkstoffe sollen sich gut verarbeiten lassen. Parallel stellen Bauherren an die Dämmeigenschaften besondere Ansprüche. Und nicht zuletzt darf eine gesunde Dämmung nicht zu viel kosten. Unterm Strich sind viele Eigenschaften nur durch einen Materialmix zu erreichen.

Es wächst die Gefahr, in der Fertigung auf Schadstoffe zu stoßen. Für eine wohngesunde Dämmung ein No-Go. Grundsätzlich muss die Dämmung schadstofffrei sein. Formaldehyd hat als Verbindung nichts in Dämmung wie Klimaplatten zu suchen. Aber auch andere Schadstoffe können auf lange Sicht zu einem Problem werden. Besonders Glas- und Steinwolle können Mikrofasern freisetzen. Einmal eingeatmet, wird die Lunge geschädigt.

Zunehmend mehr Bauherren stellen aber auch an die Nachhaltigkeit besondere Ansprüche. Die Zeiten, in welcher sich niemand über seinen CO2-Fußabdruck Gedanken macht, sind auch auf dem Bau lange vorbei. Ein Aspekt, der nicht nur in der Bauplanung eine Rolle spielt. Aufgrund der Herstellung aus natürlichem Material und dem Verzicht auf Bindemittel, welche die Klimaplatten zu Sondermüll machen würden, kann bei einer nachfolgenden Sanierung die Kalziumsilikatplatte in der Regel unproblematisch entsorgt werden.

Sind Kalziumsilikatplatten überall geeignet?

Der Einsatz von Kalziumsilikatplatten ist an gewisse Rahmenbedingungen gebunden. Die thermischen Eigenschaften machen Klimaplatten zu keinem idealen Dämmstoff. Aus diesem Grund muss ein geeignetes Baukonzept erarbeitet werden.

Ein zweiter Aspekt, den Bauherren zu berücksichtigen haben: die Feuchtigkeitsbelastung. Fällt diese mäßig aus, braucht es keine zusätzliche Dampfsperre. In einem Raumklima mit sehr hoher Raumfeuchte muss eine Dampfbremse eingeplant werden – um die positiven Aspekte der Kalziumsilikatplatten nicht zu verlieren. Die reine Verarbeitung der Platten ist mit Porenbeton vergleichbar. Klimaplatten können gesägt und gebohrt werden. Die genauen Verarbeitungs- und Verleghinweise können sich aber von Hersteller zu Hersteller unterscheiden.

Fazit: Mit Kalziumsilikatplatten ein besseres Raumklima schaffen

Modernes Bauen braucht besondere Rohstoffe. Beton ist aufgrund der Klimabilanz inzwischen bei einigen Bauherren nicht mehr die erste Wahl. Gerade im Innenbereich werden Baustoffe bevorzugt, welche das Innenraumklima verbessern.

Kalziumsilikatplatten bieten eine hervorragende Lösung für die Innendämmung und Schimmelsanierung, wobei sie zahlreiche positive Auswirkungen auf das Raumklima haben. Ihre diffusionsoffene Natur ermöglicht eine natürliche Luftzirkulation, während ihre feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften dazu beitragen, die Luftfeuchtigkeit auf einem angenehmen Niveau zu halten. Zusätzlich absorbieren sie Schadstoffe und hemmen das Wachstum von Schimmelpilzen, was zu einer gesünderen Umgebung beiträgt. Die brandschützenden Eigenschaften der Platten erhöhen auch die Sicherheit im Wohnraum. Durch ihre Herstellung aus natürlichen Materialien und den Verzicht auf schädliche Bindemittel erweisen sich Kalziumsilikatplatten auch als umweltfreundliche Option. Während sie nicht als ideale Dämmstoffe für alle Situationen geeignet sind, bieten sie dennoch eine attraktive Alternative für Bauherren, die nach einer gesunden und nachhaltigen Dämmungslösung suchen.

Hilfreiche Quellen und weiterführende Informationen
  • Bildquelle: @ Charlotte May / pexels.com

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
5 Bewertung(en), Durchschnitt: 5,00 von 5
Loading...

Lesenswertes aus dem Magazin:

Hilfreiche Technik-Ratgeber: