Optimale Luftfeuchtigkeit im Keller – Infos & Tipps

Optimale Luftfeuchtigkeit im Keller

Für viele Menschen ist ein typischer Keller kalt und feucht. Mit einer zu hohen Luftfeuchtigkeit holen Sie sich aber schnell Schimmel ins Haus. Die niedrige Temperatur des Kellers macht es aber schwer, dort für trockene Luft zu sorgen. Besonders im Sommer kann zu viel Lüften bereits schaden. Wie Sie vorgehen sollten, um die Feuchtigkeit in den Griff zu kriegen, hängt aber auch vom Gebäude und der Nutzung Ihres Untergeschosses ab.

Wenn ein Keller zu muffig riecht, haben Sie vermutlich mit hoher Luftfeuchtigkeit zu kämpfen. Weshalb das Einstellen der ideal Luftfeuchte beim Keller besonders schwierig ist, und welche Tipps Ihnen dabei helfen können, das erfahren Sie in diesem Artikel.

Wieviel Luftfeuchtigkeit normal ist, hängt vom Keller ab

Die richtige Antwort auf die Frage, welche Luftfeuchtigkeit in einem Keller normal ist, heißt: das kommt darauf an. Den größten Einfluss auf das Klima in Ihren Kellerräumen hat die Bauweise. Sie lässt sich häufig bereits am Alter des Gebäudes ablesen. Die richtige Luftfeuchte hängt aber auch von der Nutzung des Kellers ab.

Gewölbekeller sind meist nur noch in ganz alten Gebäuden zu finden und typisch für die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie wurden an den Wänden und dem Boden üblicherweise bloß mit gestampftem Lehm gegen Wasser abgedichtet, sodass Feuchtigkeit noch immer langsam hindurchdiffundieren kann.

In der Nachkriegszeit wurden zunächst die Seitenwände zwar wasserdicht abgeschlossen, doch blieb die Bodenplatte meist noch feuchtedurchlässig. Derartige Keller in Altbauten weisen daher ebenfalls höhere Luftfeuchtigkeit auf als moderne Bauten.

Erst ab 1970 wurden auch in den Bodenplatten schützende Folien eingezogen, die keine Feuchtigkeit ins Innere lassen. Diese Keller lassen sich auch zu Wohn- und Arbeitsräumen ausbauen. Wenn Sie in jüngeren Kellern hohe Luftfeuchtigkeit messen, lässt sich das nicht mehr bloß mit der Bauweise begründen.

Wie die richtige Luftfeuchtigkeit von der Keller-Nutzung abhängt

Ältere Keller zeichnen sich oft durch hohe Luftfeuchte aus, die sogar 80% übersteigen kann. Das ist normal und war früher sogar gewünscht: wenn Sie den Keller als Lagerraum nutzen, hilft Ihnen die feuchte Luft, das Gemüse länger frisch zu halten. Als optimales Klima für die Lagerung von Gemüse wird bei niedrigen Temperaturen unterhalb von 5 °C eine Luftfeuchtigkeit von über 90% empfohlen [1].

Wenn Sie sich längere Zeit im Keller aufhalten möchten, wird aber eine optimale Feuchtigkeit von 40% bis 60% empfohlen. In diesem Bereich fühlen Menschen sich am wohlsten. Wenn Sie vorhaben, Ihren Keller als Wohn- oder Arbeitsraum zu nutzen, sollten Sie dafür sorgen, dass die Luftfeuchte nicht höher als 60% steigt.

Wenn Sie in einem Neubau wohnen, aber trotzdem den Keller als Lagerraum für Gemüse und Obst nutzen möchten, darf die Luftfeuchtigkeit etwas höher liegen. Sie sollte aber 65% trotzdem nicht dauerhaft überschreiten, da Sie ansonsten Schimmelbildung riskieren. Aufgrund der anderen Bauweise stellt die hohe Luftfeuchtigkeit für Gewölbekeller interessanterweise weniger Probleme dar.

Die optimale Luftfeuchtigkeit je nach Keller – die Tabelle

In dieser Tabelle finden Sie die Richtwerte für die richtige Luftfeuchte je nach Bauweise und Nutzung des Kellers noch einmal zusammengefasst:

 

Kellertyp Nutzung Richtige Luftfeuchtigkeit
Altbau (vor 1970) Lagerraum 50%  –  >80%
Neubau Lagerraum 50%  –  65%
Neubau Wohn- / Arbeitsraum 40%  –  60%

 

Weshalb die Luftfeuchtigkeit im Keller oftmals zu hoch ist

Das häufigste Problem in Kellerräumen ist zu hohe Luftfeuchtigkeit. In alten Gebäuden liegt dies oft an schlechter Isolierung der Außenmauern, doch selbst in Neubauten liegt die Luftfeuchte im Keller meist höher als im Rest des Gebäudes. Der Grund dafür ist die üblicherweise niedrigere Temperatur.

Kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen als warme. Wenn Sie die Luft in einem Raum abkühlen, nimmt daher automatisch die relative Feuchtigkeit zu. Da der Keller aufgrund seiner Lage im Erdreich mit Abstand die niedrigsten Temperaturen im Haus aufweist, fällt hier der Anstieg der Luftfeuchte am größten aus.

Wie lässt sich die Luftfeuchtigkeit im Keller senken?

Durch die Verknüpfung von Temperatur und Luftfeuchte wird gleich ein beliebter Fehler klar: durch falsches Lüften holen Sie sich Ihre Feuchtigkeit in den Keller! Sobald die Außentemperaturen die Temperatur der Kellerräume überschreitet, würde beim Lüften warme Luft in den Keller strömen und sich dort abkühlen. Je kälter der Keller im Vergleich zur Außenluft, desto höher ist hinterher die Feuchtigkeit.

Als Lösung sollten Sie immer die Lufttemperatur Ihres Kellers mit der Außentemperatur vergleichen und nur dann die Fenster öffnen, wenn es draußen kälter ist als drinnen. Dadurch gewährleisten Sie, dass kein Feuchtigkeitsanstieg durch das Abkühlen der Frischluft erfolgt.

Lüften im Sommer

Aber was ist im Sommer, wenn es draußen ständig warm ist? Unter Umständen dürfen Sie trotzdem lüften. Was Sie eigentlich vergleichen sollten, ist nämlich die absolute Feuchtigkeit von Frischluft und Kellerluft, also wie viel Gramm Wasser pro Kubikmeter Luft enthalten sind. Immer, wenn die absolute Feuchtigkeit draußen geringer ist als im Keller, dürfen Sie lüften, selbst wenn die Außentemperatur höher ist.

Einziges Manko: um überhaupt bestimmen zu können, wie hoch die absolute Feuchtigkeit ist, benötigen Sie zwei Hygrometer: eines für Ihren Keller und eines für draußen. Die meisten Geräte geben Ihnen zunächst nur die relative Feuchtigkeit an. Kombigeräte mit integrierten Thermometern können unter Umständen auch die absolute Feuchtigkeit anzeigen lassen; ansonsten müssen Sie diese umrechnen lassen. Tools dafür gibt es auch online [3].

Weitere Maßnahmen

Prinzipiell lassen sich alle Tipps für Wohnräume auch auf den Keller übertragen: trocknen Sie Ihre Wäsche im Sommer lieber draußen, damit keine Feuchtespitze entsteht. Schalen mit Salz, Katzenstreu oder Feuchtigkeit absorbierendem Granulat können im Keller verteilt werden, um Wasser aus der Luft zu binden. Beachten Sie aber, dass die Substrate regelmäßig erneuert werden müssen – gerade im Keller ist das eher lästig. Und schließlich kommen als technische Hilfsmittel natürlich auch Luftentfeuchter in Frage.

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